Der Podcast der Reportageschule
00:00:00: Dadurch, dass ich halt Lokalredakteurin war bei der damals größten Lokalzeitung in diesem Landkreis wusste ich okay das wird halt auf welche Art immer Backlash geben.
00:00:08: Diese queeren Themen was für ein verschwindender Prozentsatz machen die an all den Artikeln aus die wir übers Jahr hinweg bringen und mir da dann die links ideologische Keule rein zu drücken?
00:00:17: Da dachte ich wirklich meine Güte also blätter doch weiter!
00:00:21: Journalismus an sich an dem mich zumindest als weltoffene Branche war spiegelt sich nur nicht in Führungspositionen wieder.
00:00:27: und da frage ich mich halt woran liegt's?
00:00:29: Das war Lea Irion.
00:00:31: Sie leitet eine Lokalredaktion der Südwestpresse und arbeitet als freie Videospieljournalistin, heute ist sie zu Gast bei unserem Podcast.
00:00:39: In dieser Folge sprechen wir über queere Perspektiven im Journalismus den Druck, Journalistenpreise zu gewinnen und warum Lea es manchmal gefährlich findet Vorbilder zu haben.
00:01:00: Herzlich willkommen bei Reporter Insights.
00:01:02: Journalistinnen erzählen ihre Geschichte!
00:01:05: Ich bin Lena Angerer und Teil des einundzwanzigsten Jahrgangs der Reportage Schule Reutlingen, und heute bin ich euer Host.
00:01:12: In diesem Podcast laden wir jeden Monat JournalistInnen ein die uns inspirieren.
00:01:16: von ihnen wollen wir hören wie war das eigentlich also mit dem Journalismus angefangen habt?
00:01:21: Habt ihr regelmäßig auch Vollkrise so wie wir und welche Tipps könnt ihr uns geben?
00:01:26: Lea Irion wurde mit dreiundzwanzig Jahren zu den Top-Dreißig unter Dreißig gewählt.
00:01:30: Mit fünfundzwanzig hat sie die Leitung der Redaktion Zollern Alpkreis, einer Lokalredaktion der Südwestpresse in Baden-Württemberg übernommen.
00:01:38: So früh passiert das selten und im Leas Fall ist es nicht nur ein cooles Zeichen für alle jungen Frauen im Journalismus sondern auch für die queere Community.
00:01:48: Lea ist nämlich queer – und schreibt manchmal auch darüber!
00:01:52: Genau darüber, wie es ist als junge queere Frau im Journalismus Karriere zu machen will ich mit Lea heute sprechen.
00:01:58: Hi Lea!
00:01:59: Schön, dass du da bist.
00:02:00: Wir sitzen hier bei ungefähr dreißig Grad Außentemperatur in so einem stickigen Podcast K-Buff im Keller.
00:02:08: Es freut mich aber total.
00:02:09: das wir uns persönlich kennenlernen
00:02:10: Geht mir auch so.
00:02:12: Wir haben zwar beide bei der Südwestpresse voluntiert Aber haben uns nie persönlich getroffen weil wir an unterschiedlichen Stationen gearbeitet haben oder Standorten.
00:02:22: Und
00:02:23: ja, ich weiß noch.
00:02:24: Als ich das erste Mal von dir gehört habe – das war ziemlich am Anfang von meinem Wolo – da hattest du gerade ein Essay geschrieben über deinen Coming-out und deinen Abschied der katholischen Kirche.
00:02:37: Dieses Essay ist auf Seite vier erschienen.
00:02:39: Das ist so die Reportageseite der Südwestpresse Und das waren ich Text.
00:02:46: Das ist für so eine Lokalzeitung schon ziemlich
00:02:48: mutig,
00:02:49: Out of the Comfort Zone auf jeden Fall und ich fand es auch total mutig.
00:02:54: Ich bin selbst Queer und hab ab da beschlossen okay die muss ja auf jeden fall auf Insta rein folgen und bisschen gucken was so passiert.
00:03:01: Welch Ehre!
00:03:03: Und bis seitdem würde ich auch sagen so ne Art Vorbild für mich.
00:03:07: Das freut mich, dass er schlägt mich aus ein bisschen aber es ehrt mich auf ganz ganz vielen Ebenen
00:03:16: war auf jeden Fall irgendwie, ja du warst so die erste Person einfach von der ich im Lokaljournalismus da drüber gelesen habe und auch in der Südwestpresse so davon gehört hab.
00:03:25: Und ja, hat mich dann jetzt zu dem Nachgang gefragt wie kam's denn eigentlich zu diesem Essay?
00:03:32: Also einerseits dadurch, dass du mir gerade sagst, dass ich dich auf eine Art gesehen hast oder irgendwie da so einen Anknüpfungspunkt gefunden hast zu mir.
00:03:39: Das war auch so ein bisschen die Intention dieses Textes wenn ich mich noch genau daran zurück erinnere.
00:03:44: Ich meine das ist jetzt auch schon wieder... Lass mich nicht lügen zwei oder drei Jahre her aber Ich bin in einem Dorf aufgewachsen, von dem ich noch heute sage dass es da mehr Vieh gibt als Einwohnerinnen.
00:03:56: Und also das schwingt ja auch schon mit, da wächst man total katholisch auf und irgendwie ... Man wird getauft, Kommunion... Was kommt danach?
00:04:04: Firmung!
00:04:05: Ich weiß schon gar nicht mehr.
00:04:07: Ich habe mich halt seit meines Lebens gefragt, was zum Teufel passierte eigentlich.
00:04:10: Warum?
00:04:10: Also ich passe da ja eh nicht rein und das ist auch diese ganz große gesamtgesellschaftliche Debatte irgendwie wie die Kirche zu Homosexualität und queeren Lebensrealitäten steht und dergleichen.
00:04:20: Und für mich war halt klar, ich werde ab meinem achzehn Geburtstag keinen Stand Kirchensteuer zahlen weil ich es nicht einsehe eine Institution zu unterstützen mich auch nicht unterstützt hat in meinem bisherigen Leben.
00:04:33: Ganz im Gegenteil, ich habe mich ganz oft eingeengengefühlt von der Kirche und hab dann – wie alt war ich denn?
00:04:39: Dann dreiundzwanzig meine, vierundzwanzig sowas.
00:04:42: Hab dann ganz viel reflektiert und mir gedacht eigentlich sollte ich das mal aufschreiben, wie mein Weg da war und ich wusste dass es auch total mutig ist weil in dem Landkreisen, den ich aufgewachsen bin und zwischenzeitlich aus so einer Art Bekanntheit erlangt hatte dadurch, dass sich ja Lokalredakteurin war.
00:04:58: Bei der damals größten Lokalzeitung in diesem Landkreis wusste ich okay das wird halt auf welche Art immer Backlash geben und den gab's dann auch.
00:05:05: Ich dachte aber, ich werde da wahrscheinlich ganz viele Leute auch abholen.
00:05:09: Und das war es mir dann einfach wert dieses Risiko einzugehen und das mal sehr persönlich nachzuzeichnen wie's mir als junge Menschen eigentlich damit ging... ...und dann die Erfahrung gemacht zu haben.
00:05:18: Natürlich gab's auch negatives Feedback, aber ich erinnere mich überhaupt nicht mehr daran weil ich wirklich, ich hab dafür ein eigenes Archiv angelegt in meinem Mailpostfach wo ich nur von diesem Essay all die positiven Mails reingepackt habe.
00:05:30: Weil ich genau wusste, dass ich mein Leben lang auf diese Mails zurückgreifen wollen, weil das mich so angespannt hat!
00:05:35: Weil auch ganz viele Menschen, die sich selber als Queer oder Homosexuell oder Wasserreinmettentifizieren mir geschrieben haben und gesagt haben wie toll.
00:05:40: Endlich auch ältere Menschen die gesagt haben
00:05:43: ich
00:05:43: fühle mich endlich mal gesehen Und das ist auch.
00:05:46: da wurde mehr so richtig bewusst was für eine Macht in Gänsefüßchen man eigentlich hat wenn man im Journalismus geht.
00:05:52: und ja Das ist irgendwie da denke ich sehr gerne dran zurück.
00:05:57: Wie lange lag der Text bei dir in der Schublade?
00:05:59: Oder war das so eine spontane Aktion?
00:06:01: oder wie war es?
00:06:02: Sowohl als auch also.
00:06:03: ich glaube die Idee lag Lass mich nicht lügen, monatelang.
00:06:06: Und immer so ich würde so gerne aber ich weiß eigentlich gar nicht was ich sagen will.
00:06:10: und dann eines freitag abends im feierabend dachte ich dann ein tipp einfach mal drauf los und übers wochenende ist da dann irgendwie einen zwölf tausend zeichen starker text daran gereift wo ich direkt dachte Brauche ich auf jeden fall ein redigart für.
00:06:23: Ich glaube schlussendlich sind auch viertausend Zeichen rausgefallen was sehr gut war.
00:06:27: je kürzer desto besser Aber Schluss endlich bis der text veröffentlicht wurde war es halt tatsächlich eher was spontan ist, aber ich glaube so geht es mit ganz vielen Texten.
00:06:36: Wenn man so eine Idee hat und das so ganz lange... Ich meine also ich hatte auch Angst irgendwie vorm Scheitern wenn es Sinn ergibt weil man sich denkt ich habe eine Idee für diesen Text Und ich hab so ne grobe Richtung wie ich möchte wie er am Ende steht.
00:06:49: Für mich ist es ganz offene Hürde da drüber zu springen, weil ich mir denke was ist wenn diese Text dann irgendwie doch scheiße wird oder ich jetzt einfach nicht so formuliert bekommen wie ich es gerne formulieren möchte.
00:06:58: Es hält mich tatsächlich heute noch ganz oft davon ab Texte zu schreiben
00:07:03: Ich finde vor allem bei Ich-Geschichten, weil die ja nochmal viel persönlicher einfach aus einem Raus geschöpft sind.
00:07:10: Ja klar so viele Texte kann man dann einfach nicht noch mal schreiben.
00:07:12: da muss man dann die Idee... muss man ein bisschen abwandeln anders drehen und bei ich-geschichten möchte man halt dass der Text dann einfach steht und die Zeit reif ist auch.
00:07:20: Man möchte auch nicht nur im Spotlight in Gänsefüßchen stehen aber an Ich-Text tendiert auch schnell dazu einfach sehr egocentrisch zu wirken.
00:07:29: Gerade das will man ja nicht.
00:07:30: und da die Balance zu finden zwischen ich mache Ich form aber ich versuche mich auch im Hintergrund zu halten.
00:07:36: Es ist so eine ambivalenz, ich halte dich auch nur schwer aus irgendwie Aber es braucht irgendwie Zeit und einen guten tag glaube ich.
00:07:43: Ja
00:07:43: dass ich hat ja im deutschsprachigen Journalismus eben schweren stand Und dann So wie ich lokal journalismus gelernt habe irgendwie umso mehr.
00:07:52: Wie war das bei dir?
00:07:53: Konntest du das einfach durchboxen in der redaktion?
00:07:56: oder Wie war da auch der Rückhalt in der Redaktion?
00:07:59: Also genießen daran, dass ich direkt zu der Person gestapft bin.
00:08:03: Die Seite viel verantwortet.
00:08:04: War das gar nicht so schwierig.
00:08:05: Weil ich dachte, bevor ich mit irgendjemandem drüber spreche, gehe ich einfach zu der Kollegin und sage hey!
00:08:10: Ich habe da was getippt.
00:08:12: Wäre das vielleicht nicht etwas für die Seite, die du verantwortest Und hab dann zum Glück auch auf Vanityren einen gerannt und dann war es kein Thema.
00:08:20: Aber ich glaube wenn ich damit erstmal bei mir in der Lokalredaktion angefangen hätte, herz gleich geheißen
00:08:25: Was?!
00:08:26: Ich?
00:08:27: Nein!
00:08:27: So was mach ich noch nicht.
00:08:28: Oh Gott, du hast die Finger davon und das kann ja eh niemanden.
00:08:31: blau und blub.
00:08:32: Ja, das kann ich mir sehr gut vorstellen.
00:08:35: Selbst wenn man deine Ich-Geschichte nicht gelesen hat sieht man dir im besten Sinne an dass du queer bist.
00:08:41: Und du hast im Vorgespräch zu mir auch gemeint ist es wichtig als queere Journalistin wahrgenommen zu werden.
00:08:46: Warum ist das dann so?
00:08:48: Völlig weil ich... Also das ist ja auch eine gesamtgesellschaftliche Debatte.
00:08:52: aber ich hatte ganz lang lange Haare, Skinny Jeans.
00:08:58: Der Klassiker natürlich und versteht man vor allem dann wenn man selber queer ist auch optische Transformation durchgemacht hat.
00:09:06: Ich hatte ja auch ganz lange, also ich habe auch einen sehr tätowierten Arm und hatte da auch ganz lang Tattoos die so ein bisschen eher so Feinlein waren.
00:09:12: Die haben nicht so in your face waren.
00:09:14: wenn man als Frau ja auch so sozialisiert wird dass es halt nicht girly ist und nicht weiblich und so und irgendwann dachte ich aber das bin ja gar nicht ich.
00:09:21: Es bin einfach nicht ich und ich möchte aber kurze Haare, weil ich möchte meine Haare färben.
00:09:24: Ich möchte Tattoo sich...möchte auch unbedingt einen Hals-Tattoo.
00:09:27: Ich will den Tattoo auf meiner Hand.
00:09:28: Das ist mir egal ob das jetzt gesellschaftlich In Gensethwüsen anerkannt ist oder unkonventionell, sondern ich merke auch dass sich seither einfach als Menschen ganz anderes auftreten hat und auch Menschen anders begegnen kann.
00:09:42: Und finde es halt total wichtig das gerade auch innerhalb von Redaktionen und Teams allgemein alle so sein können wie sie sein möchten, dass es also losgelöst auf dem Queer seien.
00:09:53: Dass man einfach guckt, dass man aufeinander acht nimmt und die jeweiligen Lebensumstände achtnimmt.
00:09:59: Und ich habe jetzt erlebt, ich darf seit Anfang Jahrtausendfünfundzwanzig als Redaktionsleiterin arbeiten.
00:10:04: Wenn man wirklich guckt das man den Menschen individuell begegnet und die sich in diesem Freiraum, den man ihnen gibt frei entfalten können liefern die auch die beste Arbeit.
00:10:13: Deswegen finde ist total wichtig, dass einerseits Dass man zu sich selber steht, sollte man auch immer außerhalb des Arbeitskontextes machen.
00:10:22: Und gleichzeitig ist es natürlich so dass es im Journalismus zumindest im Lokaljournalismus wie ich ein bisschen lang erlebt habe einfach nicht so ist das dass es da viele queere Menschen gibt.
00:10:31: Das mag sich aktuell ändern oder perspektivisch auch ändern wäre natürlich wünschenswert aber bislang war's nicht so und da auch so ein bisschen eine queere Perspektive reinzubringen ist total wichtig.
00:10:41: also viele Redaktionen bislang sehr homogen erlebt.
00:10:45: Dass da vor allem weiße Menschen, hetero-Menschen auch viele Männer, das wandelt sich auch aber für alle Männer in Leidungspositionen erlebt und kennengelernt.
00:10:55: Das war halt ganz lang so und gleichzeitig gehen da halt viele Blickwinkel verloren.
00:11:00: Vor allem im Lokaljournalismus.
00:11:01: Und gerade deswegen halte ich es ja total wichtig dass man wie gesagt das einfach nach außen trägt und genauso sichtbar ist wir alle anderen auch.
00:11:20: Du bist mit, also vor zwei Jahren Redaktionsleiterin geworden und das ist ja an sich schon mal mega krass finde ich.
00:11:28: Und dann ist es aber noch bei dir zusätzlich so dass du halt eine junge queere Frau bist die in alten festgefahrenen Strukturen im Lokaljournalismus anfängt ihre eigenen Ideen einzubringen und ein Team zu leiten nach außen hinzu vertreten.
00:11:43: Das war sicherlich nicht immer einfach.
00:11:45: was sind da für dich Punkte gewesen oder der Punkt, der dich am meisten aufregt?
00:11:52: Ich glaube das es tatsächlich was mich am meisten aufgelegt hat war.
00:11:58: also ich glaub nicht dass man von Aufregen konkret sprechen kann aber was mich jetzt im Nachhinein aufregte ist dass ich mich von Anfang an kleiner gemacht habe als ich hätte müssen und das ist natürlich ein Problem.
00:12:10: Das ist meins und das hätte ich wahrscheinlich auch anders angehen sollen.
00:12:16: Ich bin dann natürlich mit einer großen Portion Respekt rein, weil wir haben einerseits eine sehr junge Redaktion und andererseits sind auch viele die den Job schon Jahrzehntelang machen.
00:12:26: Und da hat also die haben natürlich einen sehr krassen Wissensvorsprung vor dem man natürlich auch Respekt haben darf und dementsprechend dachte ich ganz lang das sich halt... Also es ist ja eigentlich ein bummer Gedanke wenn man ja Leiterin aus einem Grund wird!
00:12:40: Ich bin da jetzt nicht reingestäubert aus Versehen, wenn mir die Kompetenzen fehlen.
00:12:44: Sondern mir hat das ja jemand zugetraut und ich glaube, ich hätte mir selber ein bisschen mehr Zutrauen dürfen es zu können was sich über keine Ahnung wie weiß ich die ersten sechs Monate dann auch tatsächlich geschafft habe.
00:12:56: aber Es ärgert mich einfach dass ich Ja, dass ich einfach lange dachte, dass Vielleicht haben wir ein Stück weit doch angezweifelt hab ob ich das kann?
00:13:05: Das ist natürlich irgendwo Logisch, wenn man so eine bedeutende Stelle antritt.
00:13:12: Aber ich habe auch ganz viel über mich als Mensch gelandet in diesen vergangenen anderthalb Jahren, in denen ich den Job schon mache.
00:13:18: und wenn ich diesen Job nochmal antreten könnte würde ich gerne einfach direkt ein bisschen mit breiterer Brust dahin gehen und sagen hi hier bin ich wir arbeiten jetzt zusammen.
00:13:27: wie machen wir das am besten?
00:13:30: Ich glaube das sind auch immer auf allen Seiten vorurteilen, weil also gerade im Lokaljournalismus dominiert ja auch so ein bisschen diese platzfrische Debatte.
00:13:36: Dass es diese riesige Diskrepanz gibt zwischen sehr, wie sage ich mal alten Redakteureinnen und sehr jungen die jetzt in diesen Job reinkommen?
00:13:43: Weil halt das lokale Nachwuchsproblem hat würde ich behaupten Da ist auch die Debatte mit Tarifverträgen und dergleichen.
00:13:53: Und das ist was, was ich jetzt schon ganz oft in vielen Redaktionen mitbekommen habe, dass so ein Generationenclash ist... Die eine Generation, die halt Print noch für den absoluten Goldesel hält zu Recht natürlich auch aber gleichzeitig die andere Generationen, die sehr online Affin schon da reingeht und auch entsprechend ausgebildet wird.
00:14:11: Und ihr Ding da machen will und dann natürlich die Schnittstelle zu aufzumachen, zu finden und zu implementieren ist super schwierig hat bei uns eigentlich super geklappt und ich würde auch gar nicht behaupten das von Anfang an da irgendein Angraben war.
00:14:23: also ich hatte wirklich extrem viel Glück mit der Redaktion mit der jetzt arbeiten durfte und darf.
00:14:29: Aber ich sehe schon, dass es einfach so ein Journalismus-Ding ist.
00:14:32: Dass da wie gesagt die Aldein gesessen auf die neuen Jungspunde treffen und dann immer mal wieder gibt's da dann Reibereien.
00:14:39: Und gab's da am Anfang für dich Leute, die dir geholfen haben, so dich aufzubauen in diese Leitungsposition rein?
00:14:47: Ja gerade mein Leitungskollege der selber...die Zahl darf ich gar nicht sagen!
00:14:55: Warum das?
00:14:55: Ich glaube, ich sehe inzwischen was wahrscheinlich schon gar nicht mehr selber.
00:14:59: Weil es immer von sich wegdrückt.
00:15:02: aber wir lieben uns total und er hat auch von Anfang an mich an die Hand genommen.
00:15:07: Wir haben einander an die handgenommen.
00:15:09: eigentlich Es war total witzig weil ich mit meinen fünfundzwanzig und er mit dreimal so alt keine Ahnung Wir waren beide so.
00:15:16: oh wir müssen jetzt miteinander arbeiten.
00:15:18: okay also wir kannten uns auch schon so lose aus der Vergangenheit.
00:15:22: Aber das hat von Tag eins an So geklappt, dass auch von außen die Reaktion so waren.
00:15:29: Die beiden!
00:15:30: Aber die sind doch also erstmal rein optisch schon so verschieden und da ist auch eine große Alterspanne dazwischen.
00:15:35: aber irgendwie wir sind wirklich so dicke miteinander geworden hätte ich niemals gedacht ja von daher hatte ich da einfach extrem für Glück wie ich vorhin schon gesagt habe Und hätte es mir nicht anders wünschen wollen, gerade auch weil ich von diesem Kollegen extrem viel lernen durfte in den vergangenen anderthalb Jahren.
00:15:52: Ich glaube andersherum auch.
00:15:53: und genau wir sagen immer wir sind wie so ein altes Ehepaar irgendwie mannetzt sich mal und dann ist auch okay und dann machen wir mit der Witze zusammen in der Morgenkonferenz.
00:16:01: aber das ist genau richtig so wie es ist.
00:16:04: Und hast du das Gefühl dass deine Ideen oder auch modernere Ideen das die nicht so anklang in Redaktionskonferenzen oder so gefunden haben?
00:16:14: Weil du jung und vielleicht auch weil du queer bist?
00:16:18: Also ich glaube, dass... Ich mein gut.
00:16:20: Inzwischen bin ich an der Position in der ich aus so einem Stück weit die Deutung halt über die Themen habe, die ins Blatt kommen.
00:16:27: Manche Themen musste man vor allem Leser in den Schaft verteidigen.
00:16:33: Also ich weiß noch gerade auch jetzt im Pride Month, wo man ja auch versucht einfach verstärkt Themen zu bündeln, was man eigentlich gar nicht machen sollte sondern einfach übers Jahr hinweg verteilt immer mal wieder queere Themen ins Platz zu bringen.
00:16:45: aber da weiß ich noch dann irgendwie zwei, dass es zwei Themen gewesen sein oder drei Ich weiß nicht der CSD in meinem Landkreis war auch drei Monate später.
00:16:52: im September ist also das war eigentlich total entzerrt Aber die Sensibilität für diese Themen seitens unserer Leserinnenschaft war einfach.
00:17:03: Also nicht zu einem Großteil, aber schon zum Teil nicht gegeben.
00:17:06: und das hat auch das Feedback gezeigt dass wir auf manche Artikel bekommen haben wo es dann also ich weiß noch dass wir zwei Abbestellungen von Ich meine es waren älteren Herren bekommen haben, wo dann auch irgendwas so in die Richtung war.
00:17:20: Seit die Irian da ist, bekommt dieses Blatt zu was war's eine links ideologischen Plöre oder sowas der Klassiker?
00:17:31: Ich mein man nimmt natürlich ernst aber also ich sehe da auch keinen kein... ich sag jetzt mal queeren Überschwangen an Themen.
00:17:37: wie gesagt man will die Leute ja nicht bekehren man will einfach nur aufzeigen diese Realitäten gibt das auch und ich glaube Da war es dann eher so.
00:17:44: Kategorie ich kotze jetzt im Strahl, weil wir wollten einfach nur also.
00:17:48: Ich fand das auch ein super Thema, aber ich hatte da mit einer Transperson gesprochen und die halt auch in diesem Landkreis aufgewachsen ist.
00:17:54: Und ich kenne diesen Landkreist und er ist super konservativ, katholisch geprägt.
00:17:59: Also da als Transmensch aufzuwachsen war noch mal aus meiner Sicht ein Stück krasser, weil das, ich sag jetzt mal noch verpönter Ingensefüßchen ist aus ganz vielen gesellschaftlichen Blickwinkeln leider Und dass sich da überhaupt eine Person gefunden hatte, die bereit war mir ihre Geschichte mit ihrem Namen und Foto in der Zeitung überhaupt zu erzählen.
00:18:16: Im Lokalen ist es ja auch echt nicht einfach.
00:18:19: Total krass, ja?
00:18:21: Voll!
00:18:21: Es war auch also super ehrlich, das ist ein offenes Gespräch... ...und auch immer noch einen Artikel den ich sehr gerne immer noch lese wenn ich die Zeit dazu habe.
00:18:29: Einfach was so ein schönes Gespräch, weil es mir auch im Hinterkopf hängen geblieben ist und da dann so ein Feedback zu bekommen und natürlich auch wieder die obligatorischen Facebook-Kommentare.
00:18:40: Also da denke ich mir dann wirklich komplett im Strahl, weil wir haben so viele andere Themen.
00:18:45: Also diese queeren Themen was für ein verschwindender Prozentsatz machen die an all den Artikeln aus, die wir übers Jahr hinweg bringen und mir da dann die links ideologische Keule rein zu drücken?
00:18:56: Da dachte ich wirklich meine Güte also blätter doch weiter!
00:19:00: Blätter doch einfach weiter.
00:19:01: Wenn es dich nicht interessiert, blätter weiter ist das vollkommen in Ordnung!
00:19:04: Du kannst mir auch vorwerfen dass der Artikel schlecht geschrieben war oder da war ein Schreibfehler oder keine Ahnung?
00:19:07: Ist in Ordnungen.
00:19:08: aber morgen ist die Zeitung von heute Altpapier.
00:19:12: weißt du also da denke ich mir echt mein Gott also woran sich manche Leute reiben?
00:19:16: das ist anstatt dass man einfach akzeptiert, dass die Gesellschaft einfach vielseitig ist und nicht einfältig was ja total toll ist und eine Chance.
00:19:25: Wie gesagt, das muss sich auch früh lernen im Lokaljournalismus.
00:19:30: Wenn man versucht die Dinge anders zu machen, dass da erst mal irgendwelches komisches Feedback von Leuten aus der Lise in den Schaft kommt und da wird man sehr früh sensibilisiert im Lokalen?
00:19:41: Du meintest jetzt schon deinen älteren alter unbekannt Kollegen, der dich sehr supportet hat.
00:19:47: aber gab es auch so für dich vielleicht bei der Südwestpresse oder in anderen Lokalzeitungen Vorbilder, die auch junge Frauen vielleicht auch queere junge Frauen waren mit denen du dich irgendwie austauschen oder verbünden konntest.
00:20:01: Oder hast du das Gefühl es gibt eh so weniger davon?
00:20:04: Das heißt... Man kann sich gar nicht so richtig connecten und gegenseitig supporten.
00:20:08: Kann man nicht, also allein schon dass wir uns nicht begegnet sind innerhalb deines wohllosen meiner Zeit bei der SCP sagt ja auch schon alles.
00:20:15: Ja aber ich habe jetzt auch keine Führungsposition oder so begleitet.
00:20:18: Muss ja auch gar nichts heißen!
00:20:19: Also ich meine, so sehe ich das auch gar nicht.
00:20:21: Wir sind ja alle einfach Journalistinnen und begegnen uns auf derselben Ebene.
00:20:26: Aber gerade was queere Connections anbelangt?
00:20:28: Nein überhaupt nicht.
00:20:31: Ich hatte eher die stellvertretende Chefredakteurin der SAP, Judith Konradie.
00:20:36: Die habe ich immer als sehr nahbar wahrgenommen und war und ist menschlich wirklich ein Vorbild für mich.
00:20:42: Und ich hatte auch eine Kollegin bei meiner alten Zeitung Nicole Hissi, die hat mich in vielerlei Hinsicht geprägt auch... Tatsächlich zu lange als Vorbild glaube ich, weil ich tue mir total schwer mit Vorbildern im Journalismus.
00:20:59: Ich finde man kann sich Journalistinnen menschlich als Vor Bild nehmen.
00:21:04: aber ich find es total schwierig zu sagen Person X Y hat den und den Schreibstil.
00:21:08: das finde ich bewundenswert.
00:21:10: also man darf denen bewund uns wert finden.
00:21:12: Aber wenn dann so die Schwelle zum vorbild übertreten ist Dann habe ich erlebt dass ich dann Unterbewusstversuch So zu schreiben wie die personen was der total quatsch ist.
00:21:21: Also man kann sich natürlich immer mal einen Kniff oder so aneignen, den diese Person verwendet.
00:21:25: aber ich persönlich und das ist nur meine Meinung habe ich rutscht viel zu schnell in eine Schiene dass ich denke meine Texte sind irgendwie so viel schlechter als die von Person XY und das hätte ich auch so formulieren sollen.
00:21:37: also Ich versuche mir einfach, menschliche Vorbilder zu suchen und es ist auch vollkommen okay.
00:21:43: Aber ich versuche das alles von Schreibstilen zu entkoppeln weil sonst fällt man da viel zu oft in so einen Loch glaube ich.
00:21:51: Brauchst du das vielleicht manchmal oder hilft dir ein Vorbild um zu wissen wo will ich selbst irgendwann mal stehen?
00:21:59: Weil also ich bin an einem Punkt... Mir steht jetzt ja die weltoffene Anführung strichen.
00:22:03: Es hat alles irgendwie seine Haken.
00:22:05: aber ja, ich bin hier an der Schule um danach möglichst alles machen zu können auf was ich Lust habe und ich weiß aber noch gar nicht so genau.
00:22:12: Und ja, kann mir ganz vieles vorstellen und da finde ich helfen manchmal Vorbilder umso zu sehen was möglich ist und dann zu gucken was war denn bei denen so die Schritte?
00:22:22: Und was könnte vielleicht auch für mich etwas sein?
00:22:24: Das stimmt.
00:22:25: Ich find ja also in der Hinsicht finde Total toll, wenn Frauen generell Führungspositionen bekleiden im Journalismus.
00:22:32: Es ist nur repräsentativ – es gibt extrem viele Frauen im Journalismus und noch viel zu wenige in Führungspositionen.
00:22:38: Wahrscheinlich die stellvertretende Chefredakteurin von SAP auch deswegen zu meinem Vorbild avanciert, weil ich mir dachte, war einfach cool.
00:22:44: Cool dass es eine Frau geworden ist weißt du?
00:22:47: Und da gibt ja ganz viele tolle Frauen die für unsere Positionen begleiten.
00:22:52: Miriam Scharlibbe beispielsweise, Chefredaktörin vom Mann heimomorgen, zu der ich auch aufschau, das waren hier Dakey, die bei der Stuttgarter Zeitung war und jetzt selber ein Ding macht gegründet hat und Unternehmerin geworden ist.
00:23:07: Generell im Frauennetzwerk Innen bin ich auch drin, da gibt es ganz viele Frauen die ganz viele tolle Dinge gemacht haben wo ich mir immer denke cool es gibt einfach so viele Wege die man im Journalismus bestreiten kann.
00:23:19: also du kannst hier irgendwie ich weiß nicht Chefredakteurin gewesen sein.
00:23:22: und jetzt sage ich gründe jetzt was im Journalismus und das ist halt schön zu sehen dass es auch als Frau geht dummes jetzt klingt.
00:23:28: aber es ist einfach wichtig dass es Frauen gibt, die das machen.
00:23:34: Die repräsentativ wirken in der Hinsicht und deswegen wäre es eigentlich auch total wichtig, dass queere Menschen sowas machen, dass BIPOC-Menschen ebenso in Führungspositionen kommen und alles in die Richtung endet.
00:23:48: Wir brauchen einfach viel mehr Vielfalt im Journalismus.
00:23:50: Das hört ja nicht bei Frauen oder bei Flinta generell auf sondern... Der Journalismus ist einfach viel zu mehr dominiert in Deutschland, viel zu weiß.
00:23:58: Und da hoffe ich mir auch einfach generell dass das jetzt ein Trend ist der sich so fortsetzt weil der Journalismus an sich ja auch einfach also nehme ich zumindest als offene, weltoffene Branche war.
00:24:08: es spiegelt sich nur nicht in Führungspositionen wieder und da frage ich mich halt woran liegt's?
00:24:16: Hast du eine Antwort gefunden?
00:24:17: Nein.
00:24:19: Also wahrscheinlich liegt es einfach daran und das ist überall so, dass zu viele andere Männer in diese Position heben.
00:24:28: Und da würde ich mir einfach wünschen, dass es mehr Männer gibt die hinterfragen warum sie erst mal an einen Mann denken wenn's darum geht eine Führungsposition zu begleiten.
00:24:37: weil ich habe sie auch in eine geschafft.
00:24:38: eben welch ich die Chance hatte gesehen zu werden Daran, dass ich eine Frau war oder trotz dessen, dass sich eine Frau ist und einfach wirklich kompetent das Talent für diesen Job hatte.
00:24:51: Und darum geht es ja eigentlich.
00:24:54: Wie gesagt, dass Männer halt so sozialisiert worden sind, dass ihnen erst mal ein anderer Mann einfällt.
00:24:58: Können sie auch nichts führen.
00:24:59: aber es ist halt einfach an der Zeit, das anzuerkennen, dass es so ist und dagegen zu steuern und sich diese Biasse einfach abzutrainieren und zu gucken.
00:25:07: Ich such mir genauso mal ne Frau für den Job.
00:25:10: Ein bisschen mehr Reflektion wäre toll?
00:25:13: Auf jeden Fall!
00:25:16: Fan von.
00:25:24: Jetzt ist der Lokaljournalismus in Führungspositionen auf jeden Fall noch sehr Männerdominiert und du machst jetzt ja auch noch so einen lustigen Spagat zum Videospiel-Journalismus?
00:25:36: Ich kenne mich damit gar nicht aus oder mit der Branche gar nicht, wie ist das denn da?
00:25:41: Ich war da jetzt noch nie in richtigen Redaktionen drin sondern habe halt auch nur Texte gepitscht und halt freigeschrieben.
00:25:49: aber ich meine dass Ja wobei, also es war ja ganz lang so dass das vor allem Männer gemacht haben.
00:25:54: Auch einfach weil Gaming an sich so eine männerdominierte Sparte ist.
00:25:57: Das ist wie Fußball da bin ich auch drin.
00:26:00: Da muss man sich auch einfach kämpfen wenn man neue Bälle will oder neue Trikots und im Gaming ist es halt genauso Weil als Frau, da weiß ich noch.
00:26:08: Also wenn ich im Voice Chat mal in einem Online-Spiel war und halt ich als Frau gelesen wurde, dann würde ich aufs Übeste beleidigt.
00:26:16: Da war auch ich direkt schuld, wenn eine Runde verloren ging und da lernt man halt ganz schnell was man nicht mehr macht nämlich Online-Zocken mit Voice Chat Und Männern geht's halt nicht so.
00:26:25: und Männer haben halt auch über all die Jahre ... aus männlicher Perspektive Spiele bewertet.
00:26:30: Ich weiß nicht, Lara Croft sagt ihr wahrscheinlich nichts?
00:26:33: Doch!
00:26:34: Die ersten Spiele... waren noch, da war sie noch so absurd überzeichnet als Frau.
00:26:40: Also es gibt auch Cosplays also Verkleidungen und Leute die sich als Lara Croft verkleiden, die dann auf die Gamescom gehen Die Brüste die so super hervorgehoben waren als Polygone Dann extra nachbauen mit Kartons.
00:26:54: Es lohnt sich auch wirklich das anzugucken wenn man's nicht kennt weil es einfach so absurd ist dass man Frauen damals so darstellen musste in Gänsefüßchen.
00:27:02: Und ich merke das jetzt vor allem in den vergangenen... Lass mich nicht lügen, fünf, sechs, sieben Jahren.
00:27:08: Man angefangen hat zu hinterfragen warum müssen weibliche Charaktere im Gaming eigentlich attraktiv sein?
00:27:16: Warum gibt es so viele Männer die sagen Lara Croft, ich weiß nicht mehr sind die Augenkrauen zu buschig?
00:27:21: Ich mag die nicht spielen oder misst der Po und nicht betont genug?
00:27:24: Gibt's wirklich?
00:27:25: Habe ich alles gelesen auf Twitter!
00:27:28: Dadurch, dass jetzt über die Jahre auch diese Sensibilisierung im Gaming-Journalismus stattgefunden hat.
00:27:32: Dass man gesagt hat, weil irgendwie cool mir weibliche Stimmen zu haben und Queere stimmen, weil es Gaming wirklich extrem viel her gibt in der Hinsicht.
00:27:39: Meine ich, dass man da auch inzwischen guckt, dass Man Redaktionen diverser gestaltet, weil das eben so wichtig ist mehrere Perspektiven auf Spiele zu haben.
00:27:47: Weil Cis Heteroman ein Lara Croft Spiel natürlich anders spielt als eine queere Frau zum Beispiel, wenn's einfach ne andere Sozialisierung ist.
00:27:58: Das war aber auch eine Entwicklung.
00:27:59: Also ich bin in den vergangenen sechs Jahren sehr viel getan, also ich kenne jetzt glücklicherweise viele Gaming Journalistinnen.
00:28:20: Trotzdem viele Parallelen zum Lokaljournalismus, wie ich Ihnen kennengelernt habe.
00:28:23: Auch eher Männer dominiert gerade den Führungspositionen.
00:28:27: Aber ein Stück Offener würde ich sagen inzwischen.
00:28:32: Fast verzweifelt!
00:28:39: Zwanzig, Dreiundzwanzig bist du unter die Top-Dreißig Journalistinnen unter Dreißig gewählt worden und das ist ja für viele junge JournalistInnen das Nonplus Ultra wo alle hinarbeiten auf dieses... Ja auf die Altersgrenze auch einfach.
00:28:53: Voll.
00:28:53: Er ist ein enormer Druck Enormer Druck und dann halt umso cooler, wenn man es geschafft hat.
00:28:57: Aber für dich war das damals nicht nur super cool.
00:29:01: Magst du mal erzählen?
00:29:02: Wie ging's dir damals als du das
00:29:04: guckern hast?
00:29:05: Voll gerne!
00:29:05: Das war viele Jahre natürlich wie du gerade gesagt hast.
00:29:07: Es ist ein Nonplus-Ultra.
00:29:09: Man hat immer diese Listen angeguckt und sich gedacht Boah was ist, wenn da eines Tages mein Gesicht gedruckt wird, dreißig Leute so wenige und oh... Und man muss ja noch so jung sein, man hat quasi nur ich weiß nicht zehn Jahre Zeit je nachdem wie früh man es in Journalismus rein schafft.
00:29:23: Und gerade als Lokaljournalistin denkt man sich natürlich erst mal, wie soll ich gesehen werden.
00:29:28: Ich bin ja gar nicht bei Spiegelzeit oder ich weiß nicht wo und man sieht mich nichts und wie soll man da reinkommen?
00:29:34: Und habe halt auch wirklich geackert wie eine Blöde um dieses Ziel das ich mir gar nicht so wirklich stecken wollte weil die Fallhöhe ist natürlich total groß wenn du sagst, ich will es so gut werden dass ich in die Top-Dreißig reinkomme.
00:29:47: Das ist zur Mürbend wenn man's dann nicht schafft aber gleichzeitig Du setzt dir dieses Ziel einmal, es ist einmal im Hinterkopf und du kannst natürlich nie wieder was anderes denken.
00:29:56: Es wäre, wenn jedes Jahr dieses Magazin in deinem Briefkasten landet und du dir denkst nächstes Jahr vielleicht, nächste Jahr vielleicht traue ich mich zu bewerben.
00:30:05: Vielleicht werde ich eingereit, vielleicht werde ich gesehen.
00:30:07: keine Ahnung.
00:30:09: war es auf einmal so, dass ich in die engere Auswahl gerutscht war.
00:30:12: Und ich weiß auch noch, das war abends nach einem Fußballtraining hoch ins Auto, guck meine Mails an und sehe so vertrauerlich irgendwie du bist in die enge Auswahl geruscht.
00:30:21: also die Tränen kulotten mir runter und ich dachte so Gott aber was wäre wenn?
00:30:26: und ja irgendwann kriegt man dann doch den Anruf, dass man tatsächlich reingewählt wurde?
00:30:31: Das war einer der überwältigen Tage meines Lebens Und natürlich denkt man sich erstmal so, boah ich habe es einfach geschafft.
00:30:39: Ich bin in dieser Liste.
00:30:39: Ich weiß gar nicht was hier gerade passiert.
00:30:41: Ich hätte niemals gedacht dass ich das schaffe und die Wochen danach waren aber so... Also das war ein Fall den ich gar nicht erwartet hatte weil man fühlt sich natürlich erst mal wie on top of the world und das kann ich auch gar nicht leugnen.
00:30:55: also natürlich Man fühlt sich gesehen, man fühlt es sich so gewertschätzt.
00:31:00: Ich kann wirklich was... ich bin jemand in dieser Branche und wer auch immer das bestreitet lügt, weil das ist natürlich eine sehr erlesene Auswahl an jungen Journalisten.
00:31:10: Und wenn man da drin ist, natürlich fühlt man sich einfach total toll!
00:31:13: Aber gleichzeitig hat sich bei mir da so ein Druck aufgebaut dass ich plötzlich dachte scheiße ich hab jetzt diesen Titel und ich darf mir nie wieder einen Fehler erlauben weil ich bin ja top dreißig geworden in diesem Jahr.
00:31:26: Was ist, wenn mir jemals wird und Fehler unterläuft?
00:31:29: Und ich habe mich da auf einmal in meiner alltäglichen Arbeit so einen Druck gemacht.
00:31:33: Ich hatte Schreibblockaden die ihresgleichen gesucht haben und das ist natürlich im Lokaljournalismus wo bestenfalls jeden Tag mindestens ein Stück ins Blatt sollte.
00:31:41: Ein absoluter Killer!
00:31:42: Und ich hab es so schlecht geschlafen und die...ich meine es war Ende Mai Anfang Juni als es klar war dass ich an der Liste bin und die Preisverleihung war im November Und in den Monaten dazwischen habe ich so schlecht geschlafen, wie noch gar nie in meinem Leben.
00:31:56: Ich war an einem Punkt, an dem ich abends Nasenbluten hatte vor lauter psychischem Stress, wenn ich mir gemacht hab... ...ich war inmitten dieser neunundzwanzig anderen irgendwie diese publice Lokaljournalistin mit Gaming hintergrund und ja also ich weiß nicht wie gesagt man macht sich da einfach viel zu... krasse Vorstellungen, was das dann für einen selber bedeutet.
00:32:18: Und es ist natürlich eine große Ehre aber man sollte das alles nicht so hochkochen.
00:32:21: auch die Wahl zu den Journalisten in das Jahres beispielsweise gibt's ja auch hier das Jahr und es gibt so viele Preise auch im Journalismus und ich glaube dass diese Branche auch inzwischen ein bisschen drauf getrimmt ist, dass man sich denkt, dass mal ein Preis braucht um Anerkennung zu bekommen.
00:32:36: und es stimmt einfach nicht!
00:32:37: Es stimmt nicht.
00:32:38: also wir sind alle einfach gut genug wie wir sind.
00:32:41: Wir müssen kein Titel mit uns tragen Kein Preis irgendwie vorweisen und wir machen auch so einfach gute Arbeit.
00:32:48: Und wenn man es nicht geschafft hat, dann hat man es halt nicht geschafft.
00:32:50: Es gibt ja so viele Gründe warum man das nicht in so eine Listesschaft.
00:32:54: Im Prinzip weißt du ja nicht welche Beise auch die Jury mitbringt oder bei Preisen.
00:32:58: Du weißt einfach nicht wer dahinten sorgt was da wirklich die Kriterien welche Sympathien damit reingespielt haben ob denn nicht vielleicht doch irgendwelche Connections eine Rolle gespielt haben die halt andere Menschen nicht haben.
00:33:08: Genau von daher sollte man das alles nicht so hoch kochen und sich nicht denken dass man weniger wert ist wenn man diesen Titel nicht hat.
00:33:15: Ja, ich glaube das ist schon eine total wichtige Erkenntnis.
00:33:18: Aber auch eine schwierige für alle die diesen Preis nicht haben und sich denken könnte es noch irgendwann schaffen.
00:33:23: ja wenn man sich wahrscheinlich schon erwartet dass sich dadurch nochmal neue Türen Öffnen und vielleicht tut es das ja tatsächlich auch
00:33:30: tun sich auf jeden Fall.
00:33:31: also ich meine innerhalb meines Konzern konzerns war Ich dann halt die die topreisig geworden ist.
00:33:37: Es ist natürlich so kann ich auch nicht von der handweise und ich mein Das hat bestimmt auch mit reingespielt dass ich mit fünfundzwanzig redaktionsleiterin werden durfte einfach wenn mir Welter Titel mehr attestiert, dass ich was kann.
00:33:48: das ist so Und ich schmück mich auch damit ich schreibt das natürlich auch auf meinen profil in linkedin weil Es bedeutet, es sagt ja was aus.
00:33:57: Und die Branche ist ja auch einfach so getrimmt, dass das was bedeutet... Das kann ich auch nicht von mir wissen!
00:34:04: Ich hab's geschafft und ich habe auch dafür geackert und ich glaube, es ist okay, das anzuerkennen, dass es schwierig war und dass es auch ok ist wie es war.
00:34:10: aber man sollte vor allem wenn man diesen Titel nicht trägt einfach hören, dass der Leben nicht grundlegend verändert sondern dass man trotzdem super Arbeit leisten kann auch wenn man es nicht geschafft hat.
00:34:23: Wie war das bei dir, wenn du sagst, du wolltest ganz lange top dreißig werden?
00:34:27: Hast du da mehrere Jahre dich auch beworben oder bist vorgeschlagen worden und es hat nicht geklappt.
00:34:34: Ich hatte das lange im Blick und ich hatte mich im Vorjahr beworgen bevor ich's geworden bin und wurde nicht vorgeslagen sondern Ich habe mir gedacht, die Redaktion in der ich damals war hat es auch gar nicht hergegeben.
00:34:50: Davor geschlagen zu werden.
00:34:51: und ich meine also du gehst ja auch nicht irgendwie zum Redakteur hin oder zum Redakteuren und sagst hey das ist irgendwie mein Traum kannst Du mich da einreichen?
00:34:59: Das macht man ja auch nichts!
00:35:01: Und ich hab mir da wirklich allen Mut zusammengesammelt haben wir gedacht okay so jetzt drei Texte und ich reiche das einfach eine und ich gucke.
00:35:08: Dann hast dann in dem Jahr nicht geschafft was natürlich Also erst mal auch so ein Fall war, das ist das was ich vorhin gesagt habe.
00:35:13: Man will es ja auch nicht ständig versuchen und dann jedes Mal neu auf die Schnauze fallen weil man will's ja aus einem Grund!
00:35:19: Und... Ich würde lügen wenn ich sagen würde dass es mich nicht total zerschmettert hat in dem Jahr als es nicht geklappt hat, ist vollkommen klar.
00:35:28: Und ein Jahr später war ich da nominiert und mir hat man dann auch später gesagt, dass es so ist, dass Wenn sich jemand bewirbt oder jemand eingereicht wird der oder die zu dem Zeitpunkt vielleicht noch nicht In deren Peaks sind.
00:35:41: Hält es die Jury auch so, dass die Leute beobachten über den Zeitraum und gucken okay.
00:35:46: Hat für uns Potenzial.
00:35:47: da lohnt es sich immer mal wieder oder nächstes Jahr noch mal reinzugucken?
00:35:51: Und so war das bei mir dann und ehrt einen natürlich auf eine Art, dass man sich denkt oh Gott ich war jetzt irgendwie ein Jahr unter Beschuss hier.
00:35:59: aber ja also ich bin auf jeden Fall auch einmal komplett auf die Schnauze gefallen und dachte dann ich mach's nie wieder weil ich das nicht mehr aushalt was natürlich auch extrem mit Selbstzweifeln einhergeht Ähm, die aber witzigweise dann hinterher so riesig waren wie noch nie als ich den Titel dann hatte.
00:36:12: Also ich hab' noch nie so sehr an mir gezweifelt wie nach dem Titel was ja auch einfach Paradox ist, aber...
00:36:16: Aber dann im Poster-Syndrom mäßig oder?
00:36:18: Völlig!
00:36:19: Völlig.
00:36:19: also sowas mach ich hier und wie ich schon gesagt habe es war so viel in meinem Jahrgang, die ich teilweise kannte und ich mir dachte fast,
00:36:27: was?!
00:36:27: Die sind doch tausendmal besser als ich.
00:36:29: Was mache ich hier?
00:36:31: Was schlussendlich auch dazu geführt hat, dass ich irgendwann mir gut genug richtig Fett habe auf den Arm tätowieren lassen.
00:36:37: Einfach so als Reminder, dass egal was ich mache es einfach okay ist, auch mal nicht dem Perfektionismus hinterher zu rennen, nicht irgendwelchen Preisen hinterherzurellen weil das hört ja nie auf im Journalismus.
00:36:46: man könnte sich ja jedes Jahr auf.
00:36:48: Es gibt eine Seite, die heißt wasjournalistenpreise.de wo man sich halt quasi gezielt drauf bewerben kann und sich denken kann okay das und das Thema nächstes Jahr schreibe ich war es genau dafür.
00:36:57: Gibt's
00:36:57: auch ein Newsletter der regelmäßiger erinnert?
00:36:59: Ja du hast wieder nix geschafft dieses Jahr.
00:37:02: bisschen Versage was machst eigentlich in so Porsche?
00:37:05: oh ja also wie gesagt es ist total schade dass so viel auf Preise und Titel getrimmt ist.
00:37:11: Der Druck ist schon hoch finde ich.
00:37:15: Ich finde, der Druck allein auf einen Journalist in Jule zu kommen oder ein Volo zu bekommen.
00:37:20: Je nach Medienhaus und ja was man sich so vorstellt.
00:37:23: aber eigentlich generell der Weg in den Journalismus ist schon total hart und ganz viele Leute die erstmal mehrere Jahre Rückschläge hinter sich haben bis sie dann mal an einer Stelle sind wo sie lernen dürfen oder noch bezahlen müssen fürs Lernen.
00:37:38: Und dann ist so das nächste Jahr und ab jetzt gewinste am besten Preise, weil als freier Journalist oder Journalistin reicht vielleicht auch irgendwie das nicht was dir die Redaktion als Honorar bezahlt.
00:37:49: Das wird am besten gewinst du da noch ein paar tausend Euro mit preisen.
00:37:54: Es ist schon...
00:37:55: Ja!
00:37:55: Es ist unfassbar.
00:37:56: ja also der Druck wird tatsächlich nicht weniger auch wenn man mal einen Titel hat oder mal den Preis gewonnen hat.
00:38:02: es wird einfach nicht weniger.
00:38:04: Als du dann so down warst, nach deiner Top-Dreißig unter Dreißig ... Nominierung eigentlich ist ja mehr als Nominierungen.
00:38:11: Ernennung?
00:38:12: Wahl!
00:38:13: Tieting?
00:38:14: So was... Du hattest das?
00:38:15: Ja.
00:38:16: Dir ging es richtig scheiße danach.
00:38:19: Wie bist du da wieder rausgekommen?
00:38:21: Was hat sich geändert?
00:38:22: Boah gute Frage Wahrscheinlich menschlichweite Entwicklung Und auch privat War da einfach viel bei mir los und da so ein bisschen.
00:38:31: Ich habe auch viel soziales Liegenlassen in der Zeit oder generell, seit ich mein Wolo angetreten hatte.
00:38:38: Ich kann ja nicht sagen wie viele Freundschaften ich verloren habe.
00:38:40: in der hab ja gesagt, ich bin Fußball und das war gesetzt.
00:38:44: Waren Gesetze Termin innerhalb meines Arbeitslebens aber alles darüber hinaus... Ich habe immer gearbeitet!
00:38:50: Immer da noch den Termin, dann noch das Interview abends geschrieben damit ich im nächsten Tag mehr Puffer hab am Wochenende noch was gemacht oder einfach Wochenenddienst gehabt oder auch einfach mal nichts machen wollen Und ich glaube das ist auch so ein Punkt in meinem Leben an dem ich gemerkt habe irgendwie habe ich noch zwei Enge Freundinnen drei.
00:39:07: Und irgendwie sollte ich mich mit ein bisschen mehr um mein soziales Umfeld kümmern, das ist auch irgendwie so der Top an sich sehr Idealismus getrieben und ich glaube da kann man schnell aus dem Blick verlieren dass man noch ein Leben hat abseits der Arbeit weil irgendwie Journalistin zu sein, so einen großen Teil von mir ausmacht auch als Mensch.
00:39:27: Das ist wirklich einfach unabdingbarer Teil meines Meines Daseins als Mensch und ich krieg das auch nicht voneinander getrennt.
00:39:34: Und es war auch ganz lang, aber auch einfach weil dieser Job extrem viel zurück gibt.
00:39:39: Ich glaube da habe ich dann tatsächlich mich einfach so ein bisschen berappelt und versucht wieder mehr zu machen mit den Freundinnen mal an Stausee zu sitzen und zu gucken dass es mir gut geht und nicht nur dass die Arbeit läuft.
00:39:49: Und ich glaube da hab' ich auch so ein bisschen geschafft, dass sich diese Identität als Journalistin so ein Bisschen von mir loskoppelt, dass ich nicht nur JournalistInnen bin sondern Freundin oder ich weiß nicht ... Tochter, meine Familie auch extrem selten gesehen.
00:40:05: Bin weggezogen.
00:40:06: für wie lang war ich, anderthalb Jahre?
00:40:09: Ja und das hat mir geholfen mich da auch so ein bisschen einfach zu entkoppeln und einfach zu merken okay irgendwie bis hierhin und ich weiter bin... Ich vergesse es immer, ich war vierundzwanzig genau!
00:40:17: Ich bin vierund zwanzig und ich brauche jetzt noch kein Burnout.
00:40:20: also ich würde den Job ganz gerne eine Weile machen und ich glaube ich bin auch resistent was ist anbelangt.
00:40:23: aber das war echt so Einfach, es ging nicht mehr und musste mich auch ein bisschen vom Perfektionismus lösen.
00:40:32: Man könnte ja auch stundenlang noch an Texten feilen und gerade im Lokalen.
00:40:36: bis morgen muss der fertig sein und da kann aber noch der Kniff rein und keine Ahnung.
00:40:41: Und ich glaube heute sehe ich alles ein bisschen rationaler.
00:40:43: Aber wenn man natürlich so einem Strudel drin ist das ist total schwer sich dazu befreien.
00:40:56: Du bist mittlerweile seit sieben Jahren im Journalismus dabei und hast ja einiges erlebt in der Zwischenzeit.
00:41:02: Und viele, viele hoffentlich auch inspirierende Menschen kennengelernt.
00:41:06: gab es da irgendwann mal einen Tipp?
00:41:08: Der dich so richtig geprägt hat weitergebracht hat den du weitergeben würdest?
00:41:13: Ja ich hatte das war ganz schrecklich meine ersten Versuche in der Kommunalpolitik im Gemeinderat.
00:41:20: Jeder und jeder, der oder die das jemals gemacht haben wissen wie schlimm Vorlagen sind.
00:41:25: Die der Gemeinderat vorab geschickt bekommt für uns Journalistinnen ist natürlich super wenn man dann direkt weiß okay was machen wir zum Thema?
00:41:31: können wir vorab berichten?
00:41:32: Recherche keine Ahnung aber das zählt mit so einem schlimmsten Beamten Deutsch ever.
00:41:38: also diese vorlagen sind auch einfach kaum lesbar Und ich habe es aber nie hinterfragt und hab halt auch ganz oft die stärksten Wörter mein Artikel einfach übernommen.
00:41:49: Und Nicole, meine damalige Kollegin hatte dann mal ein Artikel gegengelesen, kam jetzt zu mir und meinte so, Lea gut?
00:41:57: Komm ma aber!
00:42:00: Versuch doch mal alles so zu schreiben wie du es mir erzählen würdest und das ist so hängeblieben.
00:42:05: Das ist wirklich die Maxime für jeden Artikel geworden den ich schreibe.
00:42:09: immer wenn ich meinen Artikel selber nochmal durchlese lese sich die Absätze ganz bewusst mit ihrer Stimme im Hinterkopf und denkt mir würde ich es so erzählen.
00:42:18: Es ist so krass wie das hängt, es ist so banal!
00:42:20: Aber manchmal rennt man sich auch ein bisschen in Fremdwörtern oder denkt sich... Ich weiß nicht, habe mich jetzt da so eingelesen bin als Expertin im Thema und dann nutze ich halt die Fremddwörter, die ich jetzt gelernt hab.
00:42:31: aber sie ist ja quatsch weil gerade im Lokalen aber auch insgesamt finde ich sollte man immer so schreiben dass es auch jemand checken würde der jetzt keine Ahnung vom Thema hat.
00:42:40: Das ist eigentlich nur logisch, das ist nur logische, aber ich habe das halt einmal hören müssen Und seither habe ich es nie wieder anders gemacht und das sage auch allen, die mich nach einem Tipp fragen wenn's ums Schreiben geht.
00:42:53: Einfach ja so wie man sagen würde auch schreiben!
00:42:58: Ich hab das immer mal wieder, wenn ich wirklich Absätze habe bei denen nicht weiterkommen dann versuche ich den Absatz einmal komplett auszugliedern Und den tatsächlich so zu tippen, als würde ich ein Brief schreiben oder eine Mail an einen Bekannten.
00:43:11: Die berühmte Mail an die Freundin?
00:43:12: Ja genau!
00:43:13: Das habe ich einfach implementiert über die Jahre und das hilft so weiter.
00:43:18: auch wenn man mal hängt ist es echt toll.
00:43:20: also ja kann ich rege weit empfehlen.
00:43:23: Vielleicht für alle dieses Konzept nicht kennen.
00:43:25: bei der Mail an eine Freundin an die Mama oder an den Bruder, oder an wen auch immer.
00:43:32: Den Hund?
00:43:33: Den Hund!
00:43:35: Wenn man möchte geht es eigentlich nur darum dass man die Geschichte oder alle Erlebnisse die man hatte mal einfach runter tippt und auch mit Meinung und ich uns so runter tipped damit man ein bisschen checkt.
00:43:46: was waren denn für mich die spannenden Punkte?
00:43:50: So gut.
00:43:50: Ja, sich so ein bisschen loslöst von diesen Seiten an Notizen die man im Notizzettel oder im Börddokument stehen hat.
00:43:58: Das finde ich auch immer noch so schwierig.
00:44:00: Ich hab das heute gemacht
00:44:02: zum ersten Mal und es hat tatsächlich geholfen.
00:44:04: Mega ja!
00:44:05: Ich habe mich echt gedrückt davor, weil ich mir dachte nein, ich habe jetzt sowas von gar keinen Bock die ganze Scheiße nochmal aufzuschreiben und das hat aber echt geholpen.
00:44:13: Worum ging's wenn ich fragen darf?
00:44:14: Es ging um einen Conversionsmanager Also einen Typ, der kaserne Flächen in Wohnraum umwandelt.
00:44:22: Und das ist an sich eine total coole Sache und ich fand es aber schwieriger als ich soll den Porträtieren und ich fands total schwierig ihn greifbar zu machen weil ich nicht so ne richtige Haltung zu ihm hatte.
00:44:33: Ich fand den total nett und gut.
00:44:38: Punkt!
00:44:39: Und dann frei war man da halt über... Darüber zehn tausend Zeichen.
00:44:42: Da hat's ja wirklich richtig geholfen.
00:44:44: cool Doch.
00:44:45: Und davor war das auch so ein ganz schlimmes Bürokratendeutsch und ich war total stolz, dass ich diese Immobilien-Hintergründe in dieser Stadt gecheckt habe.
00:44:54: Dann hab' ich da Ellen lang, hab' mich da dringend mal geschrieben... ...und mein Schulleiter war dann so ja Lena also du musst den ganzen Text noch einmal schreiben!
00:45:03: Nein!
00:45:04: Du möchte
00:45:05: nicht?
00:45:05: Oh
00:45:05: nein!
00:45:06: Es hat mich schon so viel Kraft gekostet die so Scheiße zu tippen!
00:45:10: Aber was war denn der Kritikpunkt daran, dass du alles nochmal neu schreiben
00:45:13: musstest?!
00:45:14: Ja, das ist halt einfach nicht so richtig fassbar war.
00:45:17: Es war viel so Larifari und dann da ganz viel Bürokratie-Scheiße die niemanden interessiert in dem Detail.
00:45:24: Und ja irgendwie so die Geschichte der rote Fahrten hat gefehlt.
00:45:28: Okay!
00:45:29: Jetzt probier ich das mal nochmal.
00:45:31: Dann kann die Mail an den Freund und jetzt läuft es cool.
00:45:35: Sehr cool.
00:45:37: Vielen Dank, dass du da warst, liebe Lea.
00:45:39: Danke dir!
00:45:40: Es hat
00:45:40: sehr viel Spaß gemacht und es war total toll dich mal kennen zu lernen.
00:45:43: Beruht
00:45:44: absolut auf Gegenseitigkeit.
00:45:45: gerne wieder.
00:45:47: Ich lege ein gutes Wort für Dich ein für nächstes Jahr.
00:45:49: Oh ja, sehr gerne.
00:45:51: Eine kurze Servicenote kann ich noch abgeben.
00:45:54: Wir nehmen diese Folge im Juni auf, bis sie rauskommt ist Lea nicht mehr bei der Südwestpresse.
00:45:59: Wenn ihr wissen wollt was die Stadt dessen so treibt dann macht es wie ich und sorgt sie einfach auf Insta und LinkedIn.
00:46:06: Wie Spaß dabei.
00:46:07: man kann auf jeden Fall sehr viel lernen.
00:46:09: Das hoffe ich natürlich!
00:46:24: Das war Lea Irion zur Besuch bei Reporter Insights.
00:46:27: JournalistInnen erzählen ihre Geschichte.
00:46:30: Wenn euch der Podcast gefallen hat, dann liked, abonniert und teilt ihn gerne.
00:46:34: Das hilft uns gehört zu werden!
00:46:36: Wir freuen uns über Feedback am liebsten auf Instagram – da heißen wir
00:46:47: Reportageschule.