Der Podcast der Reportageschule
00:00:00: Ein bisschen punky an Journalismus auch ranzugehen und auch mal frech zu sein.
00:00:03: Und da hat sich dann auch ein älterer Herr irgendwann, nachdem sie ihren Vortrag fertig gehalten hatte so langsam nach vorne gewagt und so ja ich bin ja destruktiver Journalist.
00:00:14: Sehr großes bekannte Festival nämlich das Meld-Festival stattfindet unter diesen Schaufelradbaggern die wirklich eine imposante Kulisse bieten.
00:00:34: Das war Felix Austen von Perspektive Daily.
00:00:36: Er ist heute zu Gast im Podcast.
00:00:38: Wir sprechen über konstruktiven Journalismus, über die Reportageschule – Felix war nämlich auch mal einer von uns und über seine Meinung zum Tankrabatt.
00:00:48: Felix ist nämlich Klima- und Umweltjournalist.
00:00:51: Mein Name ist Sebastian Vobbe.
00:00:52: Ich bin Teil des einzwanzigsten Jahrgangs der Reportageschulle Reutling Und darf die heutige Folge moderieren.
00:00:57: Hallo Felix!
00:00:58: Hey, Sebastian.
00:00:59: Wir sind da!
00:01:00: Ja die heutige Folge ist ja eine ganz persönliche denn wir kennen uns ja schon Felix schon einige Jahre.
00:01:08: Stimmt.
00:01:08: Magst du vielleicht mal erzählen wie das alles so gekommen ist?
00:01:11: Wie
00:01:12: wir uns kennengelernt haben.
00:01:13: Ja Du hast bei uns als Praktikant angefangen noch in den Frühzeiten deiner journalistischen Karriere und damals waren wir noch im anderen Büro ... warum wir gerade in der Umzugsphase meinig, ne?
00:01:25: Da hast du... Richtig.
00:01:26: Die schon beschwert, dass du so viele Kartons schleppen musstest und ich mich nicht genug beteiligt hab oder...?
00:01:30: Ich weiß gar nicht ob ich mich getraut habe zu beschweren.
00:01:33: Ja okay!
00:01:34: Gut das kam dann vielleicht Jahre später hast du das noch mal.
00:01:37: Na gut aber wir nehmen auch sei genau wie sind umgezogen hier in Münster im Prinzip Hallmark wo wir jetzt unsere Büro haben und seitdem später hast Du angefangen bei Rumms Rundbrief Münster zu arbeiten, die dann bei uns im Büro hier mit eingezogen sind.
00:01:51: Und seitdem teilen wir dieselben oder haben wir dieselbe Hallen geteilt bevor du dann zur Reportageschule gegangen bist?
00:01:58: Genau und ich habe sogar auch noch mal nachgeguckt das ganze ist auch schon sechs Jahre her also zwanzigzwanzig Januar-Februar hab' ich mein Praktikum gemacht beim Perspektiv Daily.
00:02:05: Das war tatsächlich so ein Moment wo ich wusste ah!
00:02:08: Ich will unbedingt Journalismus machen.
00:02:10: Wie war das denn bei dir?
00:02:11: Hattest Du den Außenmoment wo es Klick gemacht hat?
00:02:13: Ich glaube bei mir der Startschuss war wirklich schon ziemlich früh.
00:02:18: Also ich hab so, also bei mir war wirklich der Einstieg in der Schulzeit in dieses Schulprojekt.
00:02:22: da kam noch ganz klassisch die Frau mit den irgendwie dreißig Zeitungen in die Schulklasse hat ihr dahingelegt.
00:02:27: so wir machen jetzt Zeitungsprojekt.
00:02:29: Stuttgarter Nachrichten waren das damals.
00:02:31: ich komme aus Stuttgart und dann bin ich daran geblieben bin öfters zu dieser, da gab es eine eigene Seite junge Nachrichten hieß das meinig wo halt ja wie uns einmal im Monat getroffen haben und Nachrichten irgendwie geschrieben haben.
00:02:44: zwar ein cooles Projekt und habe das immer weiter verfolgt.
00:02:48: Später hab ich Physik studiert, schnell gemerkt so theoretischer Physiker.
00:02:51: da sehe ich mich jetzt nicht so irgendwie in den Katakomben im Zähren.
00:02:55: irgendwelche Formeln an die Tafel schreiben war dann doch zu an der in Anführungszeichen echten praktischen Welt mehr orientiert.
00:03:02: aber ja ich glaube die Verbindung von Naturwissenschaften und Journalismus war für mich schon eine gute Sache.
00:03:09: unser Podcast arbeitet mit Kategorien.
00:03:11: Ich würde direkt mit der ersten Kategorie einsteigen
00:03:16: Zurück geblättert.
00:03:22: Weißt du denn noch, worum es in deinem ersten journalistischen Text ging?
00:03:26: Der allererste Text ... Das weiß ich jetzt nicht genau sagen kann, weil das mit dem Zeitungsprojekt angefangen hat
00:03:31: bzw.,
00:03:32: wenn ich weiter zurückgehe, habe auch schon mit einem Freund früher an der Schreibmaschine von meinem Großvater immer so stuttgarter Zeitung geschrieben und da ging's dann irgendwie Flugzeugabsturz, dreitausend Tote, zweiundfünfzig schwerverletzte, zwei überlebende.
00:03:43: Wow!
00:03:44: Es war viel lustig.
00:03:46: Aber das war noch mal in retrospective Spann zu sehen, was ich damals so als siebenjähriger für Nachrichten gehalten habe.
00:03:52: Also es war wirklich ein schwerster Katastrophen über konstruktiven Journalismus.
00:03:56: und warum ist das so negativ?
00:03:57: alles?
00:03:58: Sprechen wir später bestimmt nochmal.
00:04:00: aber da hab' ich das schon gemerkt dass ich das früh verinnerlicht hatte Es muss richtig knallen und es muss richtig schlimm sein.
00:04:06: in der Zeitung Genau, aber mein erster oder einer der ersten richtigen Artikel war Wahlbetrug hieß der.
00:04:14: Da ging es darum, dass damals Gerhard Schröder die Vertrauensfrage gestellt hat.
00:04:21: Er war Bundeskanzler und die Opposition hatte die Vertraunsfrage gestellt.
00:04:25: Und dann wurden die Bundestagswahlen vorgezogen... ...und dadurch wurden die Vormeinen in den Achzehnten Geburtstag gezogen.
00:04:32: Dann habe ich sozusagen so ein Brief oder eine kleine Kolumne aus Sicht der jungen Leute, die politisch interessiert sind aber um ihre erste Wahl betrogen worden, weil sie halt vorgezogen wurde.
00:04:43: Und das war dann der reißerische Titel Wahlbetrug.
00:04:47: Gut, hätte man wahrscheinlich zum Ampel aus auch noch mal genauso veröffentlichen können?
00:04:51: Ja, stimmt!
00:04:52: Weißt du denn noch worüber du deine Bewerbungsreportage geschrieben hast für die Reportageschule Reutlingen?
00:04:56: Du warst ja auch mein Schüler da.
00:04:58: Ja, das stimmt.
00:04:59: Zwei tausend zwölf also noch eine ganze Zeit bevor du Praktikum bei uns gemacht hast, war ich in Reutling...
00:05:05: Welcher Jahrgang war das?
00:05:07: Ich meine, der Achte.
00:05:09: Ah okay Ja, ich bin jetzt im einzwanzigsten.
00:05:11: Kommt bis hin, dreizehn Jahre?
00:05:12: Ja, das kommt zwölf- bis sechseinwann nicht.
00:05:15: Ich glaub, ja ... über
00:05:16: den Daumen gepeilt.
00:05:17: Ich hab in derselben Wohnung gewohnt, in der du auch wohnst.
00:05:20: Stimmt!
00:05:21: In der legendären Spenthausstraße
00:05:23: oder Gasse?
00:05:25: Spenthausgasse.
00:05:26: Nicht das gleiche Zimmer, aber wir haben in dersellem Küche gesessen und im selben Bad uns die Zähne geputzt vermutlich.
00:05:32: Deine Frage war ...
00:05:33: Bewerbungsreportage.
00:05:34: Meine Bewerbung.
00:05:35: Ich habe zu der Zeit in Freiburg studiert bevor ich nach Reutlingen gegangen bin und hab dort ganz klassisch einen Schützenverein aufgesucht.
00:05:44: Das ist ja die Königszistiblien des Journalismus, irgendwie eine kleine nette Lokalreportage der Lokaljournalismus.
00:05:52: Die beste Schule sagt man für Journalisten rausgehen mit den Leuten sprechen und einfach berichten was man sieht.
00:05:58: Ich bin tief in den Wald hinter Littenweiler im Freiburger Höllental geradelt.
00:06:06: Ja, mit dem ... weiß ich nicht mehr was der war.
00:06:08: Der Vorsitzender dieses Vereines mir die ganzen Trophäen an der Wand angeschaut und die Schützenköniginnen, die da ja für Jahr gekürt werden.
00:06:17: Ich weiß gar nicht ob wir auch geschossen haben aber ja so nebulös habe ich das noch vor Augen wieder davor seinem verstaubten Schreibtisch mit all seinen Dekorationen saß Und das hab' ich versucht, spannend und aufregend zu Papier zu bringen.
00:06:31: Mega!
00:06:31: Das klingt ja spannend.
00:06:32: Hast du danach nochmal lokaljournalismus gemacht eigentlich?
00:06:34: Ja, während der Reportageschule war zumindest damals glaube ich jetzt immer noch so ein zweimonatiges Praktikum auch dabei.
00:06:43: Und in der Zeit war ich in Berlin bei der TATZ Berlin beim Lokalteil von der Tats und da stand nochmal ordentlich Lokaljournalismus auf dem Programm.
00:06:52: Was war denn das Wichtigste wenn du dich zurückerinnerst was du an der Reportage Schule gelernt hast?
00:07:01: Das Wichtigeste also... Ich habe auf jeden Fall handwerklich total viel gelernt, schreiben klare Sprache so einfache Sprache.
00:07:08: So ich hatte das Gefühl, dass war schon ein starker Augenmerk zu dieser Zeit aber auch generell wie der Betrieb im Journalismus funktioniert, hatte ich schon das Gefühl ,dass man dann relativ guten Einblick bekommt einfach weil die Reportageschule auch echt gut vernetzt ist.
00:07:22: also wir hatten da Leute überall beim Stern bei der Zeit, bei der Tats als Praktikanten in meinem Jahrgang.
00:07:31: Und ja, wenn man das richtig angeht und da irgendwie motiviert ist, glaube ich kann sich da schon echt eine gute Grundlage schaffen.
00:07:38: Um danach vielleicht als freier oder auch Redakteur irgendwo durch zu starten?
00:07:43: Ja!
00:07:44: Vielleicht so ein bisschen die Anarchie... Also Philipp nennt es hat es ja immer gern auch die Projektleschule genannt wo man halt irgendwie verschiedene kleinere Projekte in Angriff nimmt, die gerade so aufkommen und einfach viel draußen sind So ein bisschen gegen den... Ja, das ging irgendwie auch abgetroschen diese Form mit gegen den Strom zu schwimmen.
00:08:04: Aber einfach so frei zu denken und sich so ein bisschen punky an Journalismus ranzugehen oder mal frech zu sein.
00:08:10: Das finde ich hat auf jeden Fall Philipp auch so viel reingebracht.
00:08:15: Und nicht zu... Ich weiß nicht, nicht zu konform, nicht glatt gebügelt?
00:08:20: Ich finde das aber tatsächlich, merke ich auch immer wieder so als Anfänger gut.
00:08:25: Ich habe jetzt natürlich schon sechs Jahre Journalismus hinter mir, aber trotzdem finde ich es doch immer noch ein bisschen schwer da irgendwie die eigene Stimme zu finden oder einfach ein bisschen frecher zu werden und etwas extravaganter zu werden.
00:08:40: Du warst ja wenn ich das richtig in Erinnerung hab bist du relativ frisch an die Reportageschule gekommen so als Berufseinsteiger.
00:08:48: Gab's denn da für dich einen Moment, wo du auch dann gestruggelt hast?
00:08:51: Also wo du dachtest dann so boah das ist echt irgendwie krass hier.
00:08:55: Ja also ich fand es schon das war irgendwie eine krasse Zeit die war... Es waren intensive Zeit weil man natürlich zusammen gewürfelt ist erstmal wie so ne Schulklasse für ein Jahr mit Leuten die man davor gar nicht kennt sich dann schnell irgendwelche Dynamiken allein so vor diesem sozialen Umfeld entwickeln und dass einfach auch anstrengend ist Neben dem professionellen, auf das man sich konzentrieren möchte.
00:09:17: Diese ganzen Klassenfahrt-Atmosphäre zu balancen emotional.
00:09:21: Du bist jetzt schon ein bisschen der Senior in eurem Jahrgangs.
00:09:24: Das kann ich auch Vorteile haben, wenn man da gesettelt vielleicht schon reingeht.
00:09:28: Ich war eher so einer von den Jungen oder Mitteln damals.
00:09:33: Und ja, das war auf jeden Fall ... In dieser Hinsicht fand ich es anstrengend und auch... Also wir haben eben schon ... gesagt, dass man einen guten Einblick bekommt in dieser Journalismusbranche.
00:09:42: Aber ich finde bis heute ist der Journalismus ja schon zumindest in manchen Teilen, in mancher Redaktion einfach auch eine Ellenbogen-Branche.
00:09:52: und das war auch zum Beispiel bei meinem Praktikum bei der TATZ, muss ich sagen habe ich schon so ein bisschen gebraucht mich da einzufinden und war jetzt vielleicht auch nicht für mich das Praktikum wo ich jeden Morgen es geliebt habe hinzugehen.
00:10:05: Ich hab da viel gelernt aber Es war schon auch rough irgendwie.
00:10:08: Und ja, da muss man halt gucken was man für einen Ort findet im Journalismus wo man auch gerne ist.
00:10:14: Ich habe das hier bei Perspektive Daily auf jeden Fall gefunden, wo ich jetzt schon lange bin.
00:10:17: Da gab es auch andere Zeiten.
00:10:18: aber wir haben hier sehr freundlichen familiären Umgang würde ich sagen sind natürlich auch als kleine Redaktion irgendwie ein anderer Laden als der Spiegel oder keine Ahnung so ein Riesen Medium.
00:10:29: Aber das hat mir persönlich auch dann geholfen, einfach so dieses Selbstvertrauen, sag ich mal zu kriegen im Journalismus wirklich meine Stimme oder selbstbewusst Kommentare zu schreiben und den eigenen Duktus zu folgen.
00:10:42: Auch mit Kommentaren, das fand ich auch am Anfang.
00:10:44: Das ist auch so glaube ich, womit viele Strugglen zumindest bei uns wird viel kommentiert und diskutiert unter den Texten.
00:10:49: gerade am Anfang ist es so ein Struggle für viele.
00:10:51: Jede Kritik, die da drunter steht ... Ja was soll das?
00:10:53: Was hat das verloren in diesem Blatt?
00:10:55: Oh Gott!
00:10:56: Bin ich legitim als Journalist und das lernt man voll so, finde ich drüber wegzulesen direkt noch zu den Guten zum Lob zu scrollen.
00:11:07: Okay, das ist natürlich auch ein interessanter Coping-Mechanismus.
00:11:10: Was war dein größter Struggle Moment so overall?
00:11:14: Overall ja... Ich glaube, dass war tatsächlich, also ich bin nach der Rapportageschule bin ich zu Bild der Wissenschaft.
00:11:23: Das ist eine Wissenschaftszeit, die hat nichts mit dem Springer-Verlag zu tun und das zeige ich ganz gerne dazu weil Bild kommt oft so diese Assoziation, es ist ein kleiner Verlag in Stuttgart.
00:11:34: Konrad Lienverlag heißt er.
00:11:35: und danach habe ich noch ein kleineres Praktikum woanders gemacht und hab dann mich als freier Versuch durchzuschlagen.
00:11:41: aber das hat zu der Zeit einfach echt nicht gut für mich funktioniert, weil einfach wenige Kontakte da waren.
00:11:49: Man muss auch, glaube ich der Typ dafür einfach sein.
00:11:51: Also du musst echt viel rausgehen und Bock haben und Kontakte knüpfen oder die schon haben.
00:11:55: Das hatte ich zu dem Zeitpunkt nicht.
00:11:57: Und ja da war ich echt so ein bisschen am Struggle und dann ist es mir fast ein bisschen zugelaufen auf diese Geschichte mit Perspektive Daily.
00:12:07: Soweit in diesem Praktikum das ich davor gemacht habe dass die Gründerin hier Marin Urner unterhand langes lag lange Schlacht.
00:12:14: Lange Schlacht, Entschuldigung Niederländisch?
00:12:16: Ja, du kannst Niederlandisch nicht verbessern!
00:12:19: Die haben sich gemeldet und brauchten Empfehlungen schreiben um sich für ein Gründerstipendium zu bewerben.
00:12:24: Und das habe ich den damals aus meiner Rolle als Praktikant bei einem anderen Medium gerne geschrieben.
00:12:29: und da kam der Kontaktzustand und ich hab gemerkt ja dass klingt wirklich nach was worauf ich Bock habe.
00:12:34: die haben auch Leute gesucht die da mitmachen wollen und das war dann gleichzeitig meine Rettung.
00:12:39: so aus diesem Loch.
00:12:40: sowas mache hier eigentlich ich dümpel hier rum dann hier bei diesen neuen Projekten einzusteigen.
00:12:47: Du bist ja dann Perspektiv Daily Redakteur der ersten Stunde geworden, das Magazin verschreibt sich ja dem kontruktiven Journalismus, magst du vielleicht nochmal für alle erklären die vielleicht noch nicht gehört haben was es ist kurz zusammenfassen was konstruktiver Journalismus meint und was er den ganzen Tag so macht?
00:13:04: Ja sehr gerne!
00:13:05: Der Pitch ist natürlich einstudiert.
00:13:08: Ja konstruktive Journalismus einfach Journalismus der einen Schritt weitergeht als Gute Journalismus, wie wir ihn kennen.
00:13:15: Der eben nicht nur fragt was ist passiert?
00:13:18: Wie ist es passiert?
00:13:19: Wer war involviert?
00:13:21: Sondern immer noch die Frage stellt, wie geht das weiter?
00:13:24: Also... Nicht nur Probleme diskutieren auch Lösungen diskutieren.
00:13:28: Das ist unser Ansatz.
00:13:29: Ich stelle das extra so ein bisschen da weil der gängige Vorwurf ist ja Wir haben die rosa-rote Brille auf und machen positiven Journalismus.
00:13:35: Wir machen nur gute Nachrichten.
00:13:37: Ist natürlich bullshit wenn man sich mal damit beschäftigt.
00:13:39: Es geht natürlich darum Konflikte und gesellschaftliche Probleme gut und gründlich zu analysieren, um dazulegen.
00:13:46: So wie das jeder gute Journalismus macht aber eben halt nicht stopp zu machen so dass ist das Problem fertig sondern zu fragen was kann man tun?
00:13:54: Was gibt es in der Wissenschaft in anderen Ländern?
00:13:57: In privaten Initiativen in Unternehmen so in allen Bereichen?
00:14:01: was gibt's für Lösungen damit umzugehen und darüber halt auch zu schreiben?
00:14:06: Und ja die Vorteile sind einfach das Leute die Dinge, die Probleme besser akzeptieren wenn sie halt wissen okay da gibt es auch Lösungen oder Möglichkeiten damit umzugehen.
00:14:18: Und ja das Thema News Evolvance ist ja ein großes Thema im Journalismus.
00:14:22: dass die Leute keinen Bock mehr haben weil es sie zu hart runter zieht nur negative Nachrichten zu lesen dafür ist konstruktiver Journalismus halt.
00:14:31: auch the antidote würde ich sagen ... die Nachrichtenlage oder sich halt den Nachrichten auszusetzen ist halt erträglicher, weil man weiß okay es tut sich was und man kommt halt auch ins Denken über Ansätze damit umzugehen.
00:14:43: Und Perspektiv Jelly gibt's ja jetzt in diesem Jahr seit zehn Jahren.
00:14:46: also ihr feiert ja jetzt für im Jubiläum.
00:14:49: Nimm uns doch mal gerne ein bisschen mit.
00:14:50: wie sieht denn so der klassische Redaktionsalltag aus?
00:14:53: Was sind deine Aufgaben?
00:14:55: Also wie... Wir sind, glaube ich so neun oder zehn Vollzeit, nee ein bisschen weniger acht- oder neun Vollzeitautorinnen in der Redaktion.
00:15:05: Dann haben wir noch ein paar Leute die Development machen also unsere Seite weiterentwickeln und Kundenbetreuung usw.
00:15:13: Ich als Redakteur habe natürlich meine eigenen Themen muss in der Themenkonferenz meine Themen pitchen.
00:15:19: Also alle Themen müssen abgestimmt werden.
00:15:22: Wir machen das immer ganz korrekt in der Blindabstimmung.
00:15:24: Alle halten sich die Augen zu und heben tatsächlich die Hand oder nicht, um sich nichts sehr beeinflussen zu lassen.
00:15:30: Wer einmal Praktikant war bei uns ... Ja!
00:15:32: Weißt du es natürlich?
00:15:33: Und dass man da auch selber durch muss ne?
00:15:35: Ja, ein
00:15:35: großer Nervenkitzelmoment.
00:15:37: Also da geht der Puls hoch.
00:15:39: Ja absolut.
00:15:41: Genau dann recherchiere ich und schreibe meine eigenen Themen.
00:15:44: aber als Redakteur Redigiere ich natürlich auch von den Kollegen die Texte.
00:15:51: Wir veröffentlichen nicht nur eigene Texte, sondern auch Gastautorinnen und Autoren mit Expertise über verschiedene Themen schreiben.
00:15:59: ... Projekte, die wir nebenher machen.
00:16:03: Zum Beispiel haben wir jetzt angefangen YouTube-Videos aufzunehmen, Videopodcast zu machen,... ... dass so ein bisschen mein Steckenpferd also in dem Studio... ...in dem wir jetzt auch gerade sitzen um den Podcast einzulabern?
00:16:12: Ja es ist eine Auswärtsaufnahme.
00:16:15: Wir sind gar nicht in Reutlingen oder digital zugestreitet,... ...wir sind tatsächlich im Münster und einem Podcast kapuff!
00:16:21: Hab ich jetzt gespoilert, du wolltest noch die Illusion der Spendhausgasse aufrecht erhalten.
00:16:25: Alles gut.
00:16:26: Na gut genau und ja das ist grade so.... Mein Alltag, glaub ich.
00:16:38: Gab's denn jetzt so ... Du hast ja die Reportageschule durchlaufen, danach ein Unternehmen mehr oder weniger mitgegründet und aufgebaut?
00:16:45: Gab es da irgendwelche Aha-Momente oder Momente, wo es bei dir Klick gemacht hat, irgendwas was du früher gewusst hättest?
00:16:53: Ja also... So'n Aha-Moment, das hängt auch tatsächlich mit der Reportage Schule zusammen.
00:17:00: In der Reportageschule war ja schon ein sehr starker Fokus auf die schöne Sprache, die hohe Kunst des schönen Schreibens.
00:17:06: Und es ist nicht so dass ich dieser Kunst nicht auch was abgewinnen kann oder hin und wieder nach Strebe in ihr zu brillieren.
00:17:15: ob das gelingt sollen mit anderen Urteilen aber einfach dieses Gefühl drin sagen du musst einfach wahnsinnig gut und schön schreiben können Geschichten erzählen können.
00:17:24: Das war so viel das Gefühl ein bisschen eingetrichtet bekommen hab in der Reportageschule.
00:17:29: Und es hat seinen Wert, aber ich für meinen Teil musste das auch wieder ein Stück fährlernen danach und so'n bisschen für mich klarkriegen.
00:17:38: als Journalist ist die Sprache Mittel zum Zweck.
00:17:42: Und für mich steht trotzdem noch der Inhalt im Vordergrund.
00:17:46: So habe ich das zumindest wahrgenommen.
00:17:48: Vielleicht gibt's andere, die das gar nicht sehen, dass das dazu ... Gelernt wird oder es hat sich auch vielleicht ein bisschen verändert inzwischen.
00:17:54: Aber das war einfach, woraus ich so ein bisschen mit rausgekommen bin und was ich jetzt hier bei Perspektive Daily gerade auch mit konstruktiven Journalismus nochmal mehr gemerkt habe.
00:18:04: Mehr so'n pragmatisch herangehensweise auch Journalismus.
00:18:08: Das ist auch dieses typische Ding... Du schreibst ein Text, das ist dein Övre und du gibst es dem Redakteur.
00:18:13: Und der zerfetzt es und macht da irgendwas anders draus und man ist zutiefst im Inneren gekränkt.
00:18:17: aber einfach zu lernen dass es halt auch ein Handwerk ist und dass es einen Betrieb ist und es nicht um Eitelkeiten geht Da ist glaube ich Perspektive Daily eine gute Schule für gewesen.
00:18:27: Weiß nicht was du da sagst als Praktikant.
00:18:30: Ja auf jeden Fall
00:18:33: Genau
00:18:33: Inhalt, gutes Dichwort.
00:18:35: was du gerade gesagt hast.
00:18:37: Heute morgen hast du ja, du schreibst ja eigentlich über Klima- und Umweltthemen.
00:18:41: Passt ja auch sehr gut als Studierter Physiker und Naturwissenschaftler.
00:18:45: Und heute Morgen hab ich ein Artikel von dir gelesen, damit ich fast vom Stuhl gefallen, da ging es um den Tankrabatt... ...und du hast dich jetzt gar nicht so kritisch zum Tankrabat positioniert!
00:18:56: Also was?
00:18:57: Erklär das bitte nochmal, was war da
00:18:58: los?!
00:18:59: Ja okay, also da habe ich ja schön dich getriggert sowie hoffentlich auch unsere Lesesschaft, ihr linksgrün versifften hier.
00:19:08: Gehört auch ein bisschen dazu, mit den Erwartungen zu spielen.
00:19:10: Also ich sag noch mal ganz kurz was meine These war?
00:19:12: Ja!
00:19:12: Heute ist der dreißigste April.
00:19:15: Um zwanzig sechsundzwanzig morgen am ersten Mai geht der Tankrabatt in Deutschland tritt wieder in Kraft.
00:19:19: Das heißt es gibt Steuererleichterung auf jeden Liter Benzin und Diesel.
00:19:24: Und das wird natürlich sehr kontrovers diskutiert.
00:19:27: Meine These war so ein bisschen... Der Tankrabott ist besser als sein Ruf.
00:19:30: wir haben eigentlich andere Probleme über die wir uns bezüglich Klima aufregen sollten Und darüber argumentiere ich auch.
00:19:36: Also, ich gebe den in Teilen recht den Argumenten die dafür sprechen oder die sich dagegen werden nämlich es zu Gießkannen-Prinzip und die Mineralölkonzerne kassieren diese Erleichterung ab.
00:19:47: das ist ja die Hauptkritik daran.
00:19:50: Es gibt aber eben Studien die zeigen zum Beispiel beim letzten Tankrappert zwanzigzwanzig unter Olaf Scholz wurde in Anführungszeichen nur etwa ein Fünftel oder so, einen Sechstel bis ein Fünf-Til dieser Steuerleichtung von den Mineralölkonzernen abkassiert und der Rest landete tatsächlich bei den Leuten die Autofahr.
00:20:06: Also da lässt sich auch wieder mit Fakten das ist auch für uns Teil vom KJ dass wir es ein bisschen relativieren.
00:20:13: Und es gibt auch Studien die zeigen Es kommt halt nicht nur bei den Gutverdienern an sondern es kommt schon auch bei der Breite der Mittelschicht an.
00:20:20: Die profitieren da schon ganz gut davon.
00:20:22: und mein Argument ist einfach Hey!
00:20:23: Der Tankrabatt.
00:20:24: Also ich bin natürlich auch nicht dafür, dass wir ewig Diesel und Verbrenner fahren.
00:20:28: Ich bin ganz genug Texte von mir lesen wo ich jedes Schild hochhalte.
00:20:31: für E-Autos und Wärmepummen weiß der Geier was.
00:20:34: aber es ist erst mal Nothilfeinstrument.
00:20:36: Wir leben leider in einem Land in dem noch wahnsinnig viele Leute halt auf ihr Auto angewiesen sind mit Verbrennern Und viele davon haben wenig Geld und für die ist diese Hilfe auch da so.
00:20:48: Aber flankiert werden müsste dieser Tankrabatt als Nothilfe-Programm mit einem richtigen Reformprogramm und einem Anschub für erneuerbare Energien.
00:20:57: Und dass das halt nicht passiert, beziehungsweise Katharina Reiche und Co.
00:21:01: halt diese Regierung die Rolle rückwärts machen bei der Energiewende – wir haben jetzt irgendwie das Wärmenpumpengesetz, das ja eigentlich gar nicht so heißt, rückwerbsabgewickelt bekommen quasi und solche Sachen.
00:21:11: Das ist der eigentliche Skandal!
00:21:13: Ich glaube dieses ganze Gefühl des gerade da ist nämlich, dass hier die Energiewände komplett sabotiert wird was ich teile bisschen mit auf den Tankrabatt, der aber aus meiner Sicht bei genauerem Hinsehen halt gar nicht so schlimm ist und ein bisschen anders zu sehen als diese ganzen grundlegenden Reformen wie ja die Reform von der Heizung.
00:21:36: Und die gestrichenen Subvention für Solaranlagen und Ausbau von Gaskraftwerken usw.. Das sind die großen Brocken, auf die man sich als normal über Klima reflektierender Mensch eigentlich aufregen sollte.
00:21:52: Ja, ich glaube das bringt auch ganz gut auf den Punkt worum es bei konstruktiven Journalismus geht also dass man auch andere Perspektiven einnimmt, dass man sich mit Lösungen beschäftigt.
00:22:02: gleichzeitig ist ja aber auch einen Kritikpunkt an der ganzen Geschichte.
00:22:06: Also es gibt ja Stimmen die sagen eigentlich ist es so eine Art verdeckter Aktivismus Man mischt sich zu stark in die Politik ein.
00:22:13: Was würdest du dem entgegnen?
00:22:15: Ich muss sagen diese Aktivismusvorwurf Das hat nicht so lange gedauert, dass mir das richtig links runter vorbeigeging.
00:22:23: Also es ist mir halt ein bisschen wurscht irgendwie... Ich für mich denke guter konstruktiver Journalismus oder guter Journalismus generell versucht beide Seiten zu hören, beide Seiten beleuchten und sachlich zu argumentieren Versucht halt genau hinzuschauen.
00:22:41: Aber eben nicht nur auf die Probleme, that's the point so ne?
00:22:44: Ich such mir nicht irgendwie ein Projekt und lob das über den Himmel, dass irgendwie total einseitig steht sondern ich spreche über die Dinge.
00:22:50: die Probleme sind in der Gesellschaft wie zum Beispiel die Energiewende.
00:22:53: So da wird in jedem Medium drüber geschrieben aber ich höre halt nicht damit auf einen Zack was falsch läuft Sondern gucke halt Was geht in Frankreich zum Beispiel?
00:23:02: Da haben sie gerade zum Beispiel Social Leasing ist was, worüber man kaum liest in Deutschland.
00:23:07: Also es ist wahnsinnig einfach... Was ist das?
00:23:09: Genau!
00:23:09: Es gibt ein Bundesförderprogramm, dass es ermöglicht sehr günstig für Leute E-Autos kleine E-Autos zu lesen und das sind so Maßnahmen über die man fast nichts ließt in Deutschland.
00:23:21: wir lesen alle über diesen E Auto Kauf Förderer Butter irgendwie sechstausend Euro bis zu sechstausend Euro gerade in Deutschland aber auch mal drüber zu schreiben, wie es anders geht.
00:23:33: Was es für andere Möglichkeiten gibt?
00:23:34: Das eröffnet einfach so diesen Debattenraum und das muss ja Journalismus machen irgendwie wirklich zu zeigen was ist da an Dingen über die wir diskutieren dieses Fenster zu öffnen.
00:23:47: Das macht guter Journalismus.
00:23:48: also konstruktiver Journalismus hat einfach ein weniger enge Scheuklappen und schaut ein bisschen weiter.
00:23:54: Es gibt ja einen ganz, ganz scharfen Kritiker von konstruktiven Journalismus, den du ja auch persönlich noch aus deiner Reparataschulzeit kennst.
00:24:01: Magst du vielleicht mal berichten was da los war?
00:24:05: Ja, du meinst jetzt den Herrn Maus hat wahrscheinlich.
00:24:07: Richtig
00:24:07: genau!
00:24:09: Zu der Zeit als ich dort war kannte ich ja weder dem Begriff konstruktiver Journalismus und es war auch noch kein großes Thema, das kam erst später auf.
00:24:16: aber ich kann aus zweiter Hand berichten... Das war so eine unsere Gründungszeit, da waren Maren Ohne unserer Gründerin in ... beim Reporterforum in Hamburg und da hat sich dann auch ein älterer Herr irgendwann, nachdem sie so ihren Vortrag fertig gehalten hatte.
00:24:31: So langsam noch vorne gewagt und so ja ich bin ja destruktiver Journalist oder er verfolgt ja eher den Ansatz des destruktiven Journalismus und er glaubt das alles nicht.
00:24:42: diese ganzen psychologischen Studien darüber dass Menschen solche Dinge besser annehmen das glaubte nicht und er findet es besser destruktiv zu sein.
00:24:51: Und das hat sich dann rausgestellt, weil der Philipp ... Also sorry, Philipp!
00:24:53: Falls ich jetzt gerade irgendwas so ein bisschen über zwei Ecken falsch dargestellt hab, du hast ja die Genukanäle, über denen du das richtig stellen kannst?
00:25:01: Genau, laden wir dann auch noch mal einen und reden dann über destruktiven Journalismus.
00:25:05: Aber kannst du diese Kritik denn auch ein Stück weit verstehen, dass man halt wirklich den Fingern in die Wunde leben sollte und nicht zu sehr... also nicht Gefahr laufen sollte schön Malerei zu betreiben?
00:25:17: Ja Ich kann das verstehen, wenn Leute schön färberei machen.
00:25:22: Aber ich denke es ist halt nicht das was wir tun.
00:25:24: also ich muss auch noch mal sagen es klingt ja dann oder manche denken wir würden alle anderen sparten oder subgenres des Journalismus irgendwie für ungültig oder unwichtig erklären.
00:25:35: also investigativen Journalismus halten wir auch für super wichtig.
00:25:41: Das ist natürlich die Aufgabe von Journalismus irgendwie macht zu kontrollieren Skandale aufzudecken aber many things can be true at once.
00:25:49: Es ist halt trotzdem so, dass die Leute sich abwenden weil Nachrichtenjournalismus vor allem aber auch vieler Journalismus einfach zu negativ ist und einfach nur Weltuntergang ist.
00:25:59: den ganzen Tag Und man kann ohne eine rosa-rote Brille aufzuziehen oder irgendwie wie hast du es gerade genannt?
00:26:06: Schönmalerei Auch darüber sprechen Wie sich Dinge zum positiven verändern können wie man Probleme lösen kann.
00:26:13: Ich weiß nicht.
00:26:14: Wir haben Kritik bekommen von Leuten, ich hab oft den Eindruck gehabt die haben sich einfach auch nicht die Mühe gegeben sich dann so intensiv mit der Idee auseinanderzusetzen sondern haben halt sehr schnell geurteilt was ich übrigens auch keinen guten journalistischen Standard finde sehr schnell sich eine Meinung zu bilden ohne sich inhaltlich damit auseinandersetzen.
00:26:33: und von daher ja also bring on the discussion so aber bitte dann auch richtig und sachlich.
00:26:41: Okay, schließen wir vielleicht diesen Themenblock einmal ab.
00:26:45: Machen wir weiter mit der nächsten Kategorie und gehen mal so von dem konstruktiven Journalismus wieder ein bisschen zurück auf die individuelle Ebene.
00:27:01: Kannst du dich dann an einen Moment erinnern bei dem Du gesagt hast Boah da hatte ich mega Schwein!
00:27:07: Ja also... Da kommt mir vielleicht auch eine ganz frühe Geschichte nochmal in den Sinn.
00:27:13: Das war tatsächlich noch werden dieser Also so Schwein im Sinne von Zufall.
00:27:18: Ich bin happy, dass ich hier bin und finde, ich hab Schweine, dass sich einen guten feste Stelle haben im Journalismus ... Aber es war noch während der Schulzeit das unsere Schule gebrannt hat.
00:27:32: Es war kurz vor dem Abi.
00:27:34: Das war damals halt ...
00:27:35: Hast du gerade die Reportage-Schule?
00:27:36: Nein, nein!
00:27:38: Die Schule auf der ich Abitur machen sollte.
00:27:42: Und irgendwann klingelt das Telefon morgens, bevor ich losgehen wollte.
00:27:46: Die Schule brennt hat irgendein Kumpel gesagt und ich bin da sofort hingerannt.
00:27:49: Später hat sich rausgestellt der größte Nachschulbrand.
00:27:52: Wie auch immer man Schulbrände quantifiziert jetzt also.
00:27:56: Hat sich in unseren Hallen abgespielt und mein Reporter Glück wenn man das so nennen will ist niemand zu Schaden gekommen außer dieser alte Schulbau.
00:28:06: Also auch nicht soweit aus dem Siebzigern anyway!
00:28:09: Genau, ich hab dann direkt bei der Stuttgarter Nachrichten angerufen und darüber halt geschrieben.
00:28:13: Hurra, hurra!
00:28:14: Die Schule brennt war der Titel damals von diesem ... Kreativ?
00:28:17: Ja, danke.
00:28:19: Von diesen war er nicht nur auf meinem Mist gewachsen.
00:28:21: Auf jeden Fall das war so ein Ding wo sich in meiner frühen Karriere irgendwie das Unglück doch zum Guten für mich gewandt hat Und ich da meinen ersten Artikel sogar veröffentlicht konnte, der eben nicht nur die Jugendzeit lief sondern in der normalen richtigen Zeitung.
00:28:36: Wow
00:28:37: Wir haben jetzt angefangen in unserem Jahrgang mit den Go-Reportagen, also mit unseren Abschlussstücken und sind da jetzt schon im Belegen was wir recherchieren könnten welche Reportagen wir gerne schreiben würden.
00:28:53: Worüber hast du geschrieben?
00:28:53: Was hast du da gemacht?
00:28:56: Also zu unserer Zeit hatten diese Magazine noch immer ein Überthema.
00:28:59: das ist glaube ich jetzt anders.
00:29:00: ne
00:29:01: genau die ergeben sich so aus den verschiedenen Geschichten.
00:29:05: es gibt nicht mehr einfaches Thema sondern Man sucht später die gemeinsame Klammer.
00:29:09: Ach cool, okay ja auch smart!
00:29:12: Wir hatten jedenfalls das Thema Stille und das war nicht so ganz einfach da irgendwie was zu finden.
00:29:19: ich bin dann jedenfalls nach Kräfen-Heinichen gereist.
00:29:22: wo ist es?
00:29:23: Das ist zwischen Berlin und Leipzig sag ich mal ganz grob vielleicht noch ein bisschen weiter westlich irgendwo da im Niemannsland also auf jeden Fall in der alten Braunkohle fördergegend Und das ist halt eine Region, die früher komplett von dieser Kohleindustrie gelebt hat.
00:29:42: Jetzt wieder zur Stille zu kommen und das Knazen der großen Schaufelrad-Bagger warbete über diese Landschaften.
00:29:49: Es war Leben und Wirtschaft da aber eben auch dieses Geräusch.
00:29:55: Dann haben natürlich die Braunkohletagebaue Stück für Stück zugemacht.
00:29:59: Das war ein Wirtschaftszweig, der da weggebrochen ist Und gleichzeitig ist dieser Ort aber heute auch wieder bekannt, weil dort ein sehr großes bekanntes Festival nämlich das Meld-Festival stattfindet.
00:30:10: Unter diesen Schaufelradbaggern, die ja wirklich eine imposante Kulisse bieten und da ist noch so ein Baggarsee außen rum und damit drin sind halt die Bühnen.
00:30:20: also es schon ein cooles Festival wo einfach ein geiles Setting ist und das ist auch wieder voll der Wirtschaftsfaktor ... geworden für diesen Ort.
00:30:29: Und so habe ich ein bisschen den... ... Verfall und diese Stille, und diese Ruhe oder auch Leere die eingekehrt ist in dieser Landschaft nach durch die Energiewende.
00:30:36: Dadurch kommt das Thema halt auch wieder bei mir rein?
00:30:38: Oder halt die Abkehr von Kohletagebau.
00:30:43: Bisschen portraitiert und gleichzeitig halt die... Das mit dem Lärm und diesem Festival, das jetzt so als neuer Wirtschaftszweig wieder reinkommt, portraitiert einfach diese Gegend.
00:30:52: Und das war auch ja die Klammern, da sind wir immer so eine Sache mit den thematischen Klammern.
00:30:56: Ja voll!
00:30:57: Aber
00:30:58: Also, hast du das Thema dann selber recherchiert?
00:31:02: Wie bist du auf das Thema überhaupt gekommen.
00:31:04: Ach ich glaube, das war eh so ein Sommer wo ich viel auf Festivals unterwegs bin.
00:31:07: Okay, eigenes Erleben ist ja auch schon mal immer ein guter Tipp.
00:31:11: Ja aber ich fand halt diese Setting interessant und diese Region auch.
00:31:15: Ich war halt vor dem Festival eine Weile da und danach und hab viel mit den Leuten in den Orten gesprochen und mir viel angeschaut.
00:31:22: Und fand es einfach für mich als ... ... kleiner Wessi irgendwie auch eine faszinierende Gegend, die als so eine andere Geschichte und Background hat.
00:31:29: Und die Leute waren total offen und haben erzählt, wie sich das verändert hat.
00:31:33: also ich fand es war schon... Auch wenn ich manchmal denke ja, die klammern jetzt mit der Stille und so ein bisschen Künstler dieses Narrativ vielleicht aber... Mit den Leuten über ihre Biografien zu sprechen fand ich total bewegend und hat mir viel Spaß gemacht auf jeden Fall!
00:31:47: Ja glaube ich.
00:31:48: Hast du denn generell einen Tipp zur Themenfindung für unsere Abschlussarbeiten?
00:31:54: Ja, vielleicht... Ich hab's jetzt schon angedeutet.
00:31:57: Ich war eh viel auf Festivals unterwegs.
00:32:00: Gerade wenn ihr auch Spielraum habt mit dieser Themenklammer.
00:32:04: also so ein bisschen gucken wo ist meine Energie gerade und worauf habe ich Bock?
00:32:08: Das ist leichter gesagt als getan.
00:32:11: das weiß man ja manchmal gar nicht in diesem ganzen Trubel von so einer Ausbildung.
00:32:17: aber halt irgendein Thema wo man dann wirklich das Gefühl hat da bleibe ich gerne dran vielleicht mit meiner journalistischen Profil schon zu tun.
00:32:28: Das ist ja auch immer so eine Sache, geht man in bestimmte Richtungen und kann da schon ein bisschen sein Profil stärken oder man kann auch Profile sehr schnell schaffen.
00:32:37: das merkt man auch schneller wenn man über nischige Themen berichtet wird man sehr schnell zu Experten für einen Thema.
00:32:44: also zum Beispiel eine Freundin von mir die auch macht gerne Werbung für sie Ariana Zustra wie auch mit mir in der Reportageschule damals im Jahrgang war.
00:32:53: Die hat später dann viel Musikjournalismus gemacht und einmal über einen, glaub ich im Rolling Stone oder so ein Text über Spotify.
00:33:00: Und die Algorithmen dort geschrieben.
00:33:02: Danach war die Expertin in vielen Medien für Spotify-Algorithmen.
00:33:06: Das Thema fand total viel interessanter aber es gab halt wenige Leute... ...die diese irgendwie da eine Expertise zu haben schienen.
00:33:14: Da kann man sich so ne Nische sucht auch schnell darüber sich als gefragte Journalistin, Journalist irgendwie positionieren.
00:33:23: Ah, okay!
00:33:24: Ja ich hab ja so einen Satanismus-Plean... Also ok.
00:33:27: Du bist der Satanisme-Experte in Münster auf jeden Fall und... Also
00:33:30: Münster?
00:33:30: Auf jeden Fall.
00:33:31: Deutschlandweit weiß ich nicht aber... Ich mach mal weiter.
00:33:36: Becareful what you wish for.
00:33:40: Okay was war denn deine geilste Recherche oder deine geilsten Reportage?
00:33:44: Worauf bist du besonders stolz?
00:33:45: Gibt's da was?
00:33:46: Erinnerst du dich?
00:33:47: Boah meine geilste Reportage also wie auch selber so am geilsten fand Boah.
00:33:57: Das ist keine Reportage, aber wir haben relativ früh bei Perspektive Daily so ein... Da waren wir so ein bisschen wild unterwegs.
00:34:04: Da haben wir so einen Text geschrieben.
00:34:06: in fünf Jahren ist der Notstand der letzte Weg.
00:34:08: da waren wir voll im Klimafieber.
00:34:10: und dann haben wir den Text geschrieben das aus unserer Sicht eben die ausbleibende Klimapolitik der Bundesregierung wenn man sich mal die Notstandsgesetze anschaut eigentlich Ja, das Ausrufen alles Notstandes.
00:34:23: Sich vorargumentieren ließe zumindest aus unserer journalistischen Sicht den eben auszurufen.
00:34:28: und dann haben wir den richtig cool so atmosphärisch fast wie so ein unszenisch geschrieben wie so einen Notstand aussehen würde, wo irgendein grüner Habwerk-Faschow Wirtschaftsminister die Klimadiktatur ausruft aber wirklich versucht es so bisschen als realistisches Szenario darzustellen Und haben das auch noch mit Tonungselementen und so gemacht.
00:34:50: Genau, und für diesen Text haben wir tatsächlich auch einen Preis bekommen.
00:34:53: Von einer Hochschule in Nürtingen irgendwo an der Schwäbischen Alps.
00:35:00: Eine kleine Schule hat auch einen eigenen Journalismuspreis... ...und den haben wir dafür bekommen!
00:35:05: Das war schön, bin ich extra wieder mal im Süden gefahren.
00:35:10: Deine Themen sind ja Umwelt- und Klimaschutz super wichtig.
00:35:14: Momentan zumindest jetzt so eine meiner Wahrnehmungen etwas ins Hintertreffen geraten.
00:35:18: Gibt's denn irgendwas, was dir da so als Journalist auch noch mal Zuversicht gibt?
00:35:22: Also dass du dir denkst, wie kann ich das dann weiter nach vorne bringen?
00:35:27: oder ist es vielleicht momentan gerade nicht die Zeit.
00:35:30: Ich kann ja sagen jetzt der Text erscheint bei uns erst nächste Woche aber wenn dieser Podcast rauskommt, dann ist er schon erschienen.
00:35:36: Die Kollegin hat einen coolen Kommentar darüber geschrieben, dass sich gerade ein neues Gesicht in für die Klimabewegung herausstellen, nämlich Katharina Reiche.
00:35:44: Endlich das Feindbild ist und die ganze Politik, die ... Protestbewegungen wieder gegen sich vereinen könnte?
00:35:53: Ja es ist ja manchmal so ein ordentliches Feindbild oder einen besser als alle Ideale und sonst was.
00:36:01: Von daher kann ich mir schon vorstellen dass gerade eine Gegenbewegung in Deutschland zumindest wieder anfacht, was die Bundesregierung da macht.
00:36:10: Bundes- oder weltweit muss ich sagen was mir immer Mut macht, sind einfach die wirtschaftlichen Daten.
00:36:15: Das klingt jetzt wieder wahnsinnig trocken.
00:36:17: Für mich oder für uns auch ein bisschen Teil von konstruktiven Journalisten muss halt nicht nur so die Outlierer in den Datenlagen zu beleuchten sondern die langfristigen Entwicklungen.
00:36:28: Es klingt das Wahnsinnig Trocken und Langweilig.
00:36:30: aber Beispiel du hast irgendwie eine Kriminalitätsrate, die sich über zwanzig Jahre jedes Jahr drei Prozent fällt und es ist voll langweilich.
00:36:38: dann geht sie einen Jahr um fünf Prozent nach oben aus irgendeinem statistischen Hickup sozusagen, dann ist das eine riesen Meldung.
00:36:46: Aber über den langfristigen Trend, dass halt über Jahre die ganzen Bemühungen von Polizei, von weiß ich nicht sozialen Organisationen wirken und es weniger Kriminalität gibt, darüber wird halt wenig berichtet.
00:36:58: Und das ist bei der Energiewende um da wieder den Schluss zu machen einfach so, dass die Technologie so krasse Fortschritte gemacht hat, die Preise für PV-Module, für Windräder, für Akkus einfach so krasse Kurven nach unten hingelegt haben und das einfach wirtschaftlich kein Weg mehr dran vorbeiführt.
00:37:15: Und jetzt haben wir gerade diese Energiekrise durch den Iran, es gab diesen zusätzlichen Klimagipfel in dieser Allianz der Willigen in Südamerika.
00:37:24: Da merkt man, dass gibt wahnsinnig viele Länder wo keine Gaslobbyisten in der Regierung hocken oder die weniger zu sagen haben und da wird einfach voll auf erneuerbare Energien gesetzt Und zwar nicht aus irgendwelchen idealistischen Gründen, sondern einfach nur aus wirtschaftlichen Gründen.
00:37:41: Um sich unabhängig zu machen von diesen Schwankungen und dass einfach die günstigste beste sauberste Energieform ist.
00:37:48: Und ja, das ist meine Hoffnung, dass sich das durchschlägt.
00:37:52: Ich hab eigentlich gar keinen Zweifel, dass es passiert.
00:37:53: die einzige Frage ist ... Obtivismus?
00:37:56: Super!
00:37:57: Nee,
00:37:59: ich weiß nicht, ob's ... Also, das Problem ist, die Frage geht schnell genug.
00:38:02: Das ist halt diese absurde Wetterin.
00:38:06: Dass in hundert Jahren kommt, wenn alles noch so gibt auf dieser Welt noch und wurde.
00:38:12: dass wir dann komplett erneubere Energien haben.
00:38:14: In den Fünfzehn Jahren hab ich keine Zweifel, wie gesagt aus wirtschaftlichen Gründen.
00:38:17: Es wird uns absurder erscheinen, so dreckiges Zeug aus der Erde dafür zu buddeln.
00:38:23: Aber auf dem Weg dorthin ist es wichtig, dass wir nicht möglichst wenig CO-Zweih rausblasen und wenn's ein bisschen zu viel ist, weil wir etwas zu langsam sind oder abgelenkt, kann das sehr schlechte Konsequenzen haben.
00:38:36: Dass das passiert ... bin ich mir ziemlich sicher.
00:38:39: Super!
00:38:39: Dann schauen wir auch noch mal journalistisch nach vorne.
00:38:42: Was würdest du dir denn für die Branche insgesamt in Deutschland wünschen?
00:38:46: Puh!
00:38:48: Ja, ich würde mir wünschten dass konstruktiver Journalismus und diese Idee sich weiter verbreitet.
00:38:54: aber das tut sie auch schon.
00:38:56: also das muss man ja sagen es gibt immer mehr Formate die sich explizit konstruktiv nennen dann manchmal das ist schön gleichzeitig nicht so ganz was wie uns vorstellen sondern für uns ist es mehr so eine herangehensweise Denkweise, die eigentlich in allen Hubriken und Redaktionen sich durchsetzen könnte.
00:39:13: Man kann über alles konstruktiver berichten aber ja da gibt viele Fortschrittes.
00:39:18: Es gibt das Bonn-Institut dass wirklich konstruktiven Journalismus in die Welt oder ins Land tragen will zumindest und es gibt also auf journalistischen Events oder so ist das regelmäßig thema weltweit.
00:39:31: auch in anderen Ländern ist das schon weiter kommt ja eigentlich mehr aus Skandinavien diese ganze Bewegung Und da tut sich schon viel.
00:39:40: Ich glaube, kleine unabhängige Medien könnten nach wie vor Unterstützung gebrauchen finanzielle von allen Seiten.
00:39:50: Es gibt jetzt den Media Forward Fund der das teilweise tut aber da könnte ruhig auch von Bundesseite einfach Geld da sein dass es sich in kleinen Unabhängigen Medien steckt und da gibt's auch solche Dinge wie Funk.
00:40:04: Bei uns müsste mehr ankommen.
00:40:06: Eine digitale Medienförderung?
00:40:07: Ja, genau.
00:40:09: Letzte Frage hast du zum Schluss noch einen Tipp für uns Repartage-Schülerinnen und Repartageschülern.
00:40:15: Puh!
00:40:16: Oder willst du uns irgendwas mit auf den Weg gehen?
00:40:18: Was will ich euch mit
00:40:19: geben?
00:40:19: Passt oral.
00:40:21: Macht euch nicht so verrückt... Manche machen euch vielleicht lernt viel.
00:40:26: macht euch ein bisschen verrückt aber nichts zuviel und es geht vorbei.
00:40:32: Von einem zerriss kann man viel lernen.
00:40:34: Ich habe so ein ganz schönes Zitat letztens gelesen über Journalismus.
00:40:38: Es besteht weder eine proportionale noch eine umgekehrte Beziehung zwischen der Einschätzung eines Schriftstellers, über einen Werk im Entstehen und dessen tatsächlicher Qualität.
00:40:48: Das hat auch damit zu tun dass man sich nicht so gemein machen darf sein Selbstwertgefühl an daran knüpfen darf ob man gerade den guten Text geschrieben hat oder nicht.
00:41:00: Ja, und jeder hat auch seinen eigenen Approach.
00:41:01: Für manche Leute ist das total wichtig.
00:41:03: Andere Leute haben irgendeine Sache für die sie brennen dann ... Die Welt geht nicht unter wenn ihr jetzt nicht die Edelfedern seid oder irgendwelche Literaten euch nicht für den nächsten Heinrich Mann halten oder was auch immer.
00:41:18: Es hat
00:41:18: sehr viel Spaß gemacht.
00:41:19: Total gerne.
00:41:34: Das war Felix Außen in der vierten Folge von Reporter Insights.
00:41:38: Wenn euch die Episode gefallen hat, dann abonniert, teilt und legt sie doch gerne.
00:41:43: Wir freuen uns auch über Feedback – am liebsten auf Instagram!
00:41:46: Schreibt einfach at Reportageschule.