reporter insights - Journalist*innen erzählen ihre Geschichte

reporter insights - Journalist*innen erzählen ihre Geschichte

Der Podcast der Reportageschule

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:00: Ich war halt oft da irgendwie an der Front, wo die Afghansche Armee gegen die Taliban gekämpft hat.

00:00:05: Wo der Kugelhagel über die Straßen fegte... Das war eine Schülerin hier!

00:00:10: Die hat dann in der Fragerunde gefragt so wie kann ich das machen?

00:00:14: Wie kann ich für New York Times

00:00:15: schreiben?!

00:00:15: Und wurde von der sogenannten fremden Polizei aufgegriffen.

00:00:21: Das war gerade Emran Ferros, freier Journalist und Autor und heute zu Gast bei uns im Podcast.

00:00:27: Wir sprechen heute über das Leben als freier Investigativjournalist, Diversität in deutschen Medien und die Berichterstattung zu Gaza und Afghanistan.

00:00:47: Willkommen zu einer neuen Episode von Reporter Insights.

00:00:50: Journalistinnen erzählen ihre Geschichte.

00:00:53: Mein Name ist Karim Natur und ich bin Teil des einundzwanzigsten Jahrgangs hier an der Reportageschule in Reutlingen.

00:00:59: Ich bin heute euer Host.

00:01:00: Hier laden wir JournalistInnen ein, die uns inspirieren und fragen sie aus Wir wollen wissen wie Sie angefangen haben wo Sie richtiges Reporter Glück hatten Und was Sie gerne früher gewusst hätten.

00:01:11: Emran Fedos ist ein österreichisch-afghanischer Journalist, Kriegsreporter und Autor.

00:01:17: Er hat unter anderem für die New York Times The Intercept Zeit & Spiegel geschrieben.

00:01:21: Heute will ich mit ihm darüber sprechen wie er zum Journalismus kam und warum er dabei geblieben ist Und warum er schreibt dass er in Bezug

00:01:28: auf die

00:01:29: journalistische Zunft in Deutschland fast jede Hoffnung verloren hat.

00:01:34: Herzlich willkommen Emran Du kommst ja gar nicht von soweit weg, woher bist du jetzt angekommen angereist?

00:01:40: Ich wohne in Böblingen und hallo auch von meiner Seite.

00:01:42: Genau du warst schon mal an der Reportageschule, ne?

00:01:45: Du hast einen Vortrag hier gehabt.

00:01:46: Genau

00:01:47: also ich war hier kein Schüler aber ich hatte hier mal einen Vortschlag.

00:01:51: das ist mittlerweile glaube ich acht Jahre her.

00:01:54: Worüber hast du den gehalten?

00:01:56: Das war das Thema meines ersten Buches was im Jahr zwei tausend siebzehn erschienen.

00:02:02: Das hieß Tod per Knopfdruck und das war eigentlich so eine lange investigative Recherche über den amerikanischen Drohnenkrieg in Afghanistan, Pakistan Somalia.

00:02:14: Und die deutsche Verwicklung in dem Ganzen usw.

00:02:18: Ja da kommen wir auf jeden Fall noch drauf zu sprechen.

00:02:20: Ich habe in deinem Buch vom Westen nichts Neues gelesen dass dein Papa der erste Afghanin Tirol war.

00:02:26: Stimmt das?

00:02:27: Ja, das stimmt höchstwahrscheinlich.

00:02:29: Also ich glaube wir hätten es mitbekommen wenn irgendwelche anderen Afghaninnen dort zu der Zeit aufgetaucht wären.

00:02:36: aber... Das ist wichtig.

00:02:38: also mein Vater kam in den siebziger Jahren erst nach Deutschland und zog dann weiter nach Österreich und dort bin ich dann auch auf die Welt gekommen.

00:02:47: Das heißt also beide deine Eltern sind aus Afghanistan gekommen?

00:02:50: Richtig meine beiden Eltern wobei meine Mutter dann später kam also deutlich später.

00:02:54: Aber mein Vater kam eigentlich nicht als Geflüchteter, sondern als Student in dieses Land.

00:03:03: Und das hatte auch einen Grund und zwar hatte er an einer deutschen Schule maturiert wie man in Österreich sagt also in Abitur gemacht und ist dann logischerweise in ein deutschsprachiges Land gezogen – in einer Zeit, in der es noch keinen Krieg gab im Afghanistan.

00:03:23: Und warum nach Österreich?

00:03:25: Nicht nach Deutschland oder so?

00:03:26: Also er kam erst tatsächlich in München an.

00:03:29: Mein Vater lebte auch erst in München und wollte auch erst bleiben, weil diese Deutschlandverbindung eindeutiger war und weil die meisten Menschen in Afghanistan erste Linie auch Deutschland kannten und nicht Österreich.

00:03:45: aber es gab dann einen Vorfall.

00:03:47: also er kam hier an in Deutschland und hat ein paar Monate gearbeitet um sich ein bisschen so zurechtzufinden.

00:03:56: Und dann hat er aber irgendwann vergessen, sein Visum zu verlängern und er wusste das nicht also mit Anfang zwanzig.

00:04:06: Er wusste es nicht, er hatte das einfach verschlafen und wurde dann von der sogenannten fremden Polizei dann aufgegriffen und war dann im Gefängnis

00:04:17: in München auch?

00:04:18: In München im Gefengnis.

00:04:20: Und das hat ihn ziemlich traumatisiert, weil er war dort wie er bis heute sagt mit einem Mörder eingesperrt.

00:04:26: Oh Gott und er hat es nicht verstanden.

00:04:27: oder mit einer mutmaßlichen Mörde.

00:04:29: aber er hat halt nicht verstanden wieso er da so gleich behandelt wird wie ein richtig schlimmer Klimineller.

00:04:38: Und es war dann so, dass mein Großvater, der halt sehr gut betucht war und auch im diplomatischen Dienst usw.

00:04:46: tätig war in Afghanistan – er hat mit Hilfe von Geld und einem Anwalt aus der Ferne ohne Internet

00:04:54: usw.,

00:04:55: muss man bedenken, meinen Vater rausgeholt.

00:05:00: Dann hat Deutschlands Team gesagt, er müsse mal vorerst raus!

00:05:09: Das war relativ unkompliziert dann.

00:05:11: Er konnte einfach zum Studium nach Österreich.

00:05:16: Ja, wir sind schon mitten in deiner Familiengeschichte jetzt.

00:05:19: Du bist ja Journalist und wir machen noch mal einen Schritt zurück.

00:05:22: Kannst du dich jetzt spontan an dein ersten Artikel erinnern den du geschrieben hast?

00:05:29: Zurück geblättert!

00:05:38: Ja wobei man sagen muss was ist deine Interpretation von dem Artikel?

00:05:46: also ich kam mich sowohl meine ersten Publizistischen, also meine ersten Texte die auch in dem Medium publiziert worden sind erinnern.

00:05:54: Aber ich würde sogar weiter zurückgehen und sagen so die ersten politischen Artikel das waren so meine Schularbeiten im Gymnasium weil immer wenn es um politische Themen ging war ich sehr darauf bedacht ja loszustreiben.

00:06:11: Also es waren dann halt Erörterungen einfach Essays die ich da geschrieben habe Und ich weiß noch, was wirklich Ausschlaggebend war glaube ich.

00:06:22: Also sowohl für mich als auch meine Deutschlehrerin... also ich habe eine Klasse wiederholen müssen im Gymnasium und diese neue Deutschlehlerin die ich dann hatte, die war halt sehr korrekt würde ich sagen.

00:06:33: Die verfolgt auch meine Arbeit bis heute und so.

00:06:35: Ich sehe das immer wieder auf Instagram.

00:06:37: Wir

00:06:37: sind noch in Kontakt!

00:06:38: Ja ja und das freut mich sehr.

00:06:39: aber Es war wirklich so, dass diese Frau... Also ich habe im Text geschrieben über das damalige Minaret-Verbot in Österreich.

00:06:48: Das diskutiert wurde hauptsächlich von der rechtsextremen FPÖ und als ich das gelesen hab, habe ich natürlich auch als muslimischer Mensch mich sofort angesprochen gefühlt und dachte mir ja, ich musste jetzt irgendwie den besten Text abliefern weil Ich habe gemerkt, auch in meinem Umfeld also auch in meiner Klasse gab es Leute die Sympathien hatten für solche politischen Ideen.

00:07:15: Dass sie das gar nicht so schlimm fanden und wirklich ja in ihrer Position sich zum Teil kaum unterschieden haben von den Rechtspopulisten und so.

00:07:24: Und ich dachte mir so, ich muss dem besten Text schreiben einfach um zu zeigen wie argumentativ falsch das Ganze ist, was hier debattiert wird und wie populistisch es ist.

00:07:35: Hab dann drauf losgeschrieben.

00:07:36: eine Woche später kam meine Lehrerin, kam direkt auf mich zu und hat gesagt gratuliere du hast die beste Arbeit der Klasse geschrieben!

00:07:43: Und ich habe auch gemerkt wie diese anderen Leute, also die haben sich echt so ein bisschen aufgeregt und dachten, wieso hat der jetzt die beste Arbeiter geschrieben?

00:07:52: Das war schon ne Genugtuung für.

00:07:54: Und diese Lehrerin meinte dann, hey du schreibst doch so toll.

00:07:58: Mach doch irgendwie was draus und vielleicht kannst Du ja irgendwo irgendwas publizieren und so.

00:08:04: Das war eigentlich so rückblickend glaube ich mein erster... Politischer Text, mein erster Artikel.

00:08:09: Aber der erste der dann...

00:08:10: Wie alt warst du da?

00:08:11: Welche Klasse?

00:08:12: Ich war glaube ich siebzehn oder achtzehn

00:08:15: genau und das war für dich so..ich kann was bewirken mit meinen

00:08:18: Arbeiten.

00:08:18: Genau richtig!

00:08:19: Das war echt genau.

00:08:20: Ja ich habe dann angefangen so auf WordPress Texte zu veröffentlichen alle möglichen Texte also auch so Interviews.

00:08:27: Ich hab einfach drauf losgemacht.

00:08:29: aber die ersten Artikel von mir sind in den lokalen Uni Zeitschriften in Österreich erschienen

00:08:36: Und du arbeitest jetzt als freier Journalist komplett frei schon immer, ne?

00:08:43: Also

00:08:44: ich war noch nie irgendwo angestellt.

00:08:49: Ich bin halt dann den Weg des Journalismus weitergegangen und wollte mich aber erst, also Anfang der Zwanziger sage ich mal, meiner zwanziger wollte festlegen, ob ich dann wirklich am Ende Journalist sein werde.

00:09:07: Ich wollte erst mal raus aus Österreich.

00:09:10: Aus

00:09:10: Innsbruck?

00:09:10: Genau, aus Innsbrück.

00:09:12: Ich hatte auch einen Platz, eine gute Gelegenheit.

00:09:16: Da gab es eine Aufnahmsprüfung an der Journalismus FH in Wien.

00:09:22: Die hatte ich bestanden und danach gab's noch so pro Forma irgendwie ein Abschlussgespräch zu dem man das weinlichen Platz, den ich da hatte... Und dann dachte ich mir aber, nee, ich habe keinen Bock auf Österreich.

00:09:37: Und Österreich ist so klein.

00:09:39: und was passiert in Österreich?

00:09:40: Naja es gibt nur ein paar Medien und am Ende landet man halt da irgendwo... ...und Deutschland ist halt schon größer!

00:09:46: Das war meine damalige Sicht auch das Ganze.

00:09:49: Dann bin ich nach Tübingen zum Studium gezogen und deshalb bin ich auch hier in der Gegend gelandet Hab Politikwissenschaften, Islamwissenschaft und Philosophie dann in Tübingen studiert.

00:10:01: Aber hab schon sehr früh also eigentlich während des ersten Semesters schon gemerkt okay dieses ganze Akademische und so das ist halt etwas was ich zwar kann aber was nicht das ist was ich will.

00:10:12: Warum?

00:10:13: Weil ich wollte dass möglichst viele Menschen das lesen was sich schreibe.

00:10:17: Und ich habe gemerkt so diese akademischen Texte Wissenschaften die Texte liest leider kaum jemand.

00:10:24: Ich wollte was bewirken.

00:10:25: Ich wollte auch in möglichst einfacher Sprache schreiben, ich wollte wirklich dass das durch alle Schichten geht und so.

00:10:32: Und habe dann angefangen eben weiter... also hab nicht angefangen sondern einfach meine freie journalistische Tätigkeit ausgeübt.

00:10:42: Das wurde immer mehr und mehr und immer ernster und ernster bis ich irgendwann dachte naja ok ich schreibe viel über Afghanistan oder Zentralasien oder den Nahen Osten Aber es wäre halt gut da irgendwie auch präsent zu sein, dorthin zu seisen.

00:10:59: Und dann gab's den Presidentschaftswahlen in Afghanistan und ich dachte mir okay entweder du gehst jetzt nach Berlin und machst irgendein langweiliges Praktikum...

00:11:08: ...von Tipping aus!

00:11:09: Genau.

00:11:10: oder du fliegst nach Kabul und berichtest von dort weil Ich dachte mir damals auch so, wieso sollte ich das nicht können?

00:11:17: Also es gibt kulturelle Barrieren.

00:11:19: Es gibt sprachliche Barriern an denen viele KollegInnen scheitern aber ich kann das vielleicht alles durchbrechen

00:11:26: Weil du kannst die Sprachen...

00:11:28: Genau!

00:11:28: Es gibt zwei Amtssprachen.

00:11:29: Also es gib viele Sprachen in Afghanistan.

00:11:31: Es gib zwei Amtssprachen Dari bzw.

00:11:34: Fawzi also das afghanische Persisch und Pashto.

00:11:39: Erster ist meine Muttersprache wie ich damals schon eigentlich fließend beherrscht habe.

00:11:45: Ich kann auch Pashto, aber meine Muttersprache ist Dari und ja es ist das halt auch Linguafranke in Afghanistan sag ich mal und... Das war natürlich ein großer Vorteil.

00:11:58: Du bist

00:11:58: hingeflogen?

00:12:00: Und wie

00:12:00: hast du das dann gemacht?

00:12:01: Ja so!

00:12:02: Ich bin einfach hingeflogen.

00:12:03: also Flixbus von Innsbruck Semesterferien.

00:12:06: Da war ich in Innsbrück haben Flixbuss nach München genommen.

00:12:10: Ich versückte sechsenundfünfzig Euro oder so hin und rückflug über, mehr so mit Turkish Airlines.

00:12:16: Über Istanbul war ich das erste Mal mein Leben in Kabul.

00:12:20: Vorher noch nie da gewesen?

00:12:21: Vorher auch nicht da gewesen!

00:12:22: Wie war das für dich?

00:12:24: Ja es war natürlich auch etwas emotionales.

00:12:29: Es war auch so dass meine Familie hier also meine Eltern die waren nicht glücklich damit.

00:12:34: vor allem mein Vater war in den ganzen Jahren nie wieder dort.

00:12:38: Obwohl viele Menschen aus der afghanischen Diaspora nach Beginn des NATO-Krieges in Afghanistan zurückgekehrt sind, gab es gleichzeitig auch viele die nie dort waren.

00:12:46: Und mein Vater war halt einer von denen... ist bis heute einer von den aber bis heute nicht dort.

00:12:51: Aber er hat einfach so viel Angst gehabt und solche Sorgen gehabt dass es schwer war ihnen zu überreden Meine Mutter war mehr an Afghanistan gebunden weil sie halt auch viel mehr Verwandte dort hatte und auch immer wieder ab und zu dort gewesen ist.

00:13:05: Dann hat meine Mutter gesagt okay dann fliehe ich halt mit und besuch meine Verwandten, du lernst auch deine Familie kennen.

00:13:12: Und dann machst du halt deine Arbeit.

00:13:14: Schön!

00:13:15: Das war echt schön.

00:13:15: also ich war die erste Reise nach Afghanistan mit meiner Mutter.

00:13:20: Wie lange wart ihr da?

00:13:23: Vier bis sechs Wochen sowas.

00:13:26: Also es war schon länger so aufenthalt.

00:13:27: Hat das so geklappt wie du es dir vorgestellt hast?

00:13:30: Hast du bekommen was du wolltest?

00:13:33: Rückblickend ja eigentlich schon.

00:13:36: Die Erwartungen waren jetzt auch nicht so hoch.

00:13:38: Ich weiß nicht, dort um eine mega krasse irgendwas Recherche zu machen sondern ich dachte mir nur okay es sind Präsidentschaftswahlen das wurde hier im Westen sehr zelebriert und romantisiert weil es dann hieß schaut man her wir haben es geschafft dass die Afghanin jetzt wählen also der erste demokratische Machttransfer so wurde das hier dargestellt da würde jetzt dort stattfinden.

00:14:03: natürlich war halt vieles davon in Kabul in der Hauptstadt Und dann konnte ich, also ich dachte mir, naja, ich rede einfach mit den Leuten und schau mal so wie die Lage ist.

00:14:12: Je nachdem was sich ergibt... Also ich lass alles irgendwie auf mich zukommen und that's it!

00:14:20: So war es dann auch, das hat dann gut geklappt Und ich habe dann auch natürlich viele andere Themen, die mir wichtig waren, einfangen können.

00:14:27: Aber ich konnte auch viele persönliche Themen einfangen.

00:14:30: Ich hab dann zum Beispiel – das war sehr nett – das neue Deutschland hat mich damals angeboten ein Block aus Kabul zu führen währenddich dort bin.

00:14:41: Für die sechs Wochen dort?

00:14:42: Genau!

00:14:45: Dann konnte ich auch relativ unkompliziert kurze Texte raushauen und irgendwelche Gedanken und so... Und Beobachtungen und ich durfte das danach dann auch so ein bisschen fortführen.

00:14:58: Das war echt gut, also hat kein anderes Medium so gemacht nur ein kleines linkes Medium mit wenig Ressourcen aber es war für mich absolut zufriedenstellend.

00:15:11: So begann meine ganze Afghanistan-Arbeit die danach... Also ich war jedes Jahr dort noch zum Teil mehrmals dort Und es wurde immer ernster.

00:15:22: Es wurde immer ... Also ernst war's voneinander, aber ich hab dann auch wirklich viel vom Land erlebt was halt hier in der Berichterstattung zu groß gekommen ist.

00:15:29: Ja!

00:15:30: Du hast eben gesagt als du von Österreich nach Deutschland gegangen bist war das für dich so... Hier gibt´s mehr Medien und mehr Perspektiven.

00:15:39: Aber du hast auch gesagt, so hast du das damals gesehen?

00:15:41: Hat sich das geändert oder was meinst du damit?

00:15:44: Ja also Deutschland ist jetzt zehnmal so groß im Vergleich zu Österreich, also Thema größer.

00:15:50: Es gibt auch eine facettenreichere Medienlandschaft.

00:15:53: Also ich kann noch gerne diese Medien nennen Ich steibe auch für alle.

00:15:56: In Österreich gibt es so den Standard Dann gibts die Presse alles in Wien dann gibts halt den ORF Da gibts das Profilmagazin Die Wiener Zeitung Ja und dann hört's schon auf als danach das sind so Lokalmedien Und in Deutschland hast du halt so Es war halt immer so mein Gedanke, so Spiegelzeit, Tats, die deutsche Zeitung.

00:16:20: Dann jeweils immer die Magazine dazu.

00:16:23: Dann viele verschiedene Online-Medien und so ist ja immer noch so.

00:16:26: also es ist immer noch diverse.

00:16:28: aber was halt hier dann der Fall war... Also ich habe halt auch hier gemerkt dass es irgendwann ein Ende hat.

00:16:36: wenn man da mal alles durchgepitched hat oder überall publiziert hat wird's irgendwann einfach... begrenzt, als man denkt vor allem auch was manche Diskurse angeht.

00:16:49: Mir ist sehr früh aufgefallen dass du halt hier mit vielen Themen nicht so weit kommst.

00:16:57: Zum Beispiel?

00:16:58: Also in erster Linie natürlich Israel-Palestiner.

00:17:01: ich habe auch darüber oft geschrieben.

00:17:03: damals da ist mir sofort also ich red jetzt hier von zwei tausend zwölf dreizehn vierzehn da hab ich sofort gemerkt okay hier gibt es sich viel zu holen Der Diskurs hier ist extrem eingeschränkt und auch überhaupt keinen Vergleich zum internationalen Englischsprachen-Diskurs, aber auch was den War on Terror in Afghanistan betraf.

00:17:22: Ja also ich musste halt... Also ich musste hier oft irgendwie den Leuten erklären hey das ist relevant auch wenn ihr wenig davon mitbekommt und auch wenn viel schön geredet wird dass und das passiert westliche Zuppen, westliche Politiker usw.

00:17:38: haben hier leider auch viel Mist gebaut und es muss man mehr erwähnen und aufgreifen.

00:17:44: Und ja, das Interesse war zwar da... Es hat sich dann in den Jahren darauf verändert aber halt in den Anfangsjahren was eher so zum Teil beschränkt und man hat halt immer wieder so ein bisschen drauf geschaut und fertig.

00:18:00: Aber im Englischsprachendiskurs, US-Medien die waren da schon sehr früh anders.

00:18:05: Und dann habe ich ja angefangen auch für die zu schreiben.

00:18:07: Ja!

00:18:08: Für wen hast du da so geschrieben?

00:18:10: Ich hab sehr viel für das Foreign Policy Magazin geschrieben.

00:18:14: Ich hatte auch ein paar Aufträge von der New York Times.

00:18:18: Ich habe auch für Al Jazeera geschrieben.

00:18:22: Das ist länger her... Und dann, also ja mittlerweile wirklich für so viele US-Medien, das ist dann auch schwerfällt alle aufzuzählen.

00:18:31: Also keine Ahnung, das Columbia Journalism Review...

00:18:36: Aber ist der Hauptunterschied zu Deutschland sozusagen die Diskurse in der einer Arbeit?

00:18:40: Wenn du den Vergleich machst zwischen US Medien oder Englischsprachigen Medien und deutschen Medien, wie du über Sachen schreiben kannst?

00:18:48: Das auch aber ich würde sagen die Methodik.

00:18:52: wie also US-Medien zahlen jetzt nicht wirklich viel besser, aber sind halt viel strenger bei vielen Sachen.

00:18:59: Also auch so Fact Checking und so finde ich.

00:19:02: Das ist halt meine Erfahrung!

00:19:04: Und ja es ist aber auch so dass gewisse Positionen die vom Mainstream abweichen viel mehr immer akzeptiert wurden sind und das war nicht so schwer die durchzudrücken und ich finde das sieht man halt jetzt auch immer wieder sehr stark eigentlich.

00:19:26: Stolz wie Bolle!

00:19:33: Aber du hast jetzt gerade gesagt, du hast auch schon mal für die New York Times geschrieben das ist ja für viele so die größte und wichtigste Zeitung auf der Welt.

00:19:41: Ist das was worauf du stolz bist?

00:19:44: Also ich weiß noch als ich hier diesen Vortrag hatte an der Schule hier bei euch vor acht Jahren da hat dich schon diese New York times Veröffentlichungen und es ist nicht etwas was ich selber unbedingt erwähne.

00:20:00: Das wird halt gern hervorgehoben, wenn mir jemand vorstellt und auch hier war es dann so das ist dann hieß hey wie kann man...wie geht das?

00:20:09: Also es waren ne Schüler den hier.

00:20:11: die hat in der Fragerunde gefragt so wie kann ich das machen?

00:20:14: Wie kann ich für New York Times schreiben?

00:20:16: Und ich muss sagen also ich war total ehrlich Ich so einfach pitchen!

00:20:21: Ich hab nie irgendwo irgendjemanden gekannt.

00:20:24: Also ich habe nie Vitamin B zu irgendeinem Redakteur gehabt.

00:20:29: Ich habe einfach durchgepitched, zurückblickend wirklich viel Zeit da investiert.

00:20:35: Einfach die Leute zu nerven.

00:20:37: Ewig zu nerfen und es ist auch etwas das könnte ich jetzt gar nicht machen.

00:20:42: zum Glück bin ich ja auch nicht mehr in dieser Position dass du das so machen musst.

00:20:44: aber Die Anfangszeit war schon hart von dem her.

00:20:48: also man muss da wirklich ewiger um Nerven und Es ist...ich weiß wie frustrierend es ist!

00:20:53: Es ist so nervig.

00:20:54: ich weiß auch wie.

00:20:56: ich habe der New York Times nicht damals.

00:20:58: Also das war ein Text, auf den ich wirklich stolz bin.

00:21:01: Weil da ging es halt auch um einen Taxifahrer der gemeinsam mit einem Taliban-Führer von dem CIA Drone in Angreifen Pakistan getötet wurde und mein Fokus war der Taxifahrer und nicht dieser Talibanführer, der halt versteckt als Geschäftsmann hin und her gereist ist sondern ich wollte einfach über diesen... bis heute ist es mir wichtig über diese einfachen Leute von unten zu berichten Und ich habe die ganze Story geschrieben und als Opinion-Peace verpackt.

00:21:30: Also ich hab dann auch noch mal kritisiert, wie falsch das ist was es hat nichts mit Rechtsstaatlichkeit zu tun dass das passiert und hier sollte man sich mehr darüber aufregen.

00:21:38: und so und habe den ganzen Text denn abgeschickt nachdem der Redakteur gesagt hat ja der Pitch klingt nicht schlecht schick mal nen Text aber ich kann dir keine Zusage geben.

00:21:51: und habe ich von dem Typen drei Wochen nix gehört?

00:21:53: Und ich weiß noch... Ich war in Kabul.

00:21:55: Äh, zwanzig siebzehn.

00:21:59: Nee, zwanzigsechzehn sorry da war ich in Kabul und dieser Text lag die ganze Zeit bei dem Typen Und es war so zwei Uhr nachts und auf einmal vibriert halt also zweier Nachts in Kabul Es ist mein Handy vibrierte und ich konnte irgendwie wieder gerade nicht schlafen weil am Himmel so viel Geräusche waren und da war halt voll der Krieg im Gang und du hast immer nachts Flugzeuge

00:22:19: und all das.

00:22:19: und genau ja Und dann seh' ich's so?

00:22:23: Ah ok!

00:22:23: Der Typ hat geschrieben Ein Satz.

00:22:25: Great Story, we'll publish it!

00:22:28: Und ich bin so echt... Das war eigentlich der rückblickende, der wieder einzige Moment, wo ich so aufgesprungen bin und mich gefreut habe.

00:22:35: Also ja hat mir schon viel bedeutet weil es ist halt wie du sagst New York Times zu unserem Sennomee.

00:22:41: New York Times gilt so als die beste Zeitung der Welt und so.

00:22:46: Aber auch hier hat sich meine Sicht in den letzten Jahren geändert, es gab so viel Kritik aufgrund von Dingen, die da passiert sind.

00:22:51: Und je mehr ich mich dann mit gewissen Dingen beschäftigt habe – mit Berichterstattungen, Medienkritik und so – da hab' ich dann halt auch gemerkt, okay?

00:22:59: Die New York times ist eigentlich nicht das gelbe vom Ei.

00:23:02: Aber trotzdem, ich denke, es ist einfach so in der Karriere von jedem Journalisten ist es trotzdem im Moment, wo man sich denkt cool.

00:23:12: Du bist aber nicht nur Journalist und Autor sondern du bist auch Gründer der virtuellen Drohngedenkstätte Drone Memorial.

00:23:19: Was ist das?

00:23:21: Und warum hast du das gegründet?

00:23:24: Ja ich habe das tatsächlich nicht in Akt also aus aktivistischer Manier oder so gemacht Sondern das war so ein Zusatz meiner journalistischen Arbeit.

00:23:32: Ich hab halt viel über diese zivilen Opfer geschrieben und berichtet, die es da gab in Pakistan, in Afghanistan.

00:23:40: Und mittlerweile gibt's ja... also dieses Drone Memorial ist einfach eine virtuelle Gedenkstätte für zivile Drohnenopfer!

00:23:47: Das war auch etwas ganz Einfaches gewesen.

00:23:49: ich hätte nicht gedacht dass man heute im Jahr zwanzig sechsundzwanzig immer noch darüber spricht was ich dann trotzdem umso wichtiger und schöner finde das wir jetzt machen.

00:23:58: aber das war einfach nur ne Plattform in der ich halt diese Namen die ich so gefunden habe online gestellt habe.

00:24:06: Ich hab auch nicht alle Namen gefunden, also es gibt auch andere tolle Investigativjournalisten die das gemacht haben.

00:24:12: aber was mir auch viel ist okay man muss trotzdem suchen bis man da überhaupt etwas findet und es ist auch nicht alles so zusammengefasst gewesen.

00:24:22: deshalb habe ich einfach eine Seite mit Namen Und das habe ich dann online gestellt.

00:24:30: So eine Datenbank von zivilen Opfern?

00:24:32: Ja genau, aber diese Datenbank wurde jetzt seit über zehn Jahren noch länger nicht aktualisiert.

00:24:38: also mittlerweile muss man halt bedenken.

00:24:41: Also es war einfach Teil... dieser Dronenarbeit von mir und ich wollte da so ein Zeichen setzen.

00:24:46: So, hey Leute das sind auch Menschen die wurden durch Terror getötet weil so nehmen die Menschen die unter den Drohnen leben egal ob es US-Drohnen sind iranische Drohne oder russische Drohninnen oder türkische Drohhnen Damals gab's nur weniger und die Amerikaner haben halt mit diesem ganzen Drohnenkrieg angefangen.

00:25:04: Obama oder früher noch?

00:25:05: Früher, ne?

00:25:06: Also am siebten Oktober zwei Tausend Eins.

00:25:08: als die Amerikane in Afghanistan einmarschiert sind, gab es den ersten bewaffneten Einsatz einer bewaffneten Drohne in der Menschheitsgeschichte.

00:25:16: In

00:25:16: Afghanistan!

00:25:18: Es gibt auch sehr viel mehr.

00:25:19: Also in den zweitausenden Jahren gab es auch viele, viel diesbezüglich was in Israel und Gaza passiert ist.

00:25:26: aber die israelische Dronentechnologie war halt immer schon sehr geheim Klandestin und so.

00:25:32: Und da gibt es auch irgendwelche Gesetze, dass du da nicht berichten darfst oder so.

00:25:35: Deshalb war das weniger so im Fokus der Öffentlichkeit.

00:25:39: Die Amerikaner haben halt das dann total eskalieren lassen.

00:25:42: Heute sind wir an einem Punkt gelangt wo halt das ganze Zeich dann in diesem Buch, was ich geschrieben habe und das zwei tausend siebzehnt veröffentlicht wurde, hab' ich das ein bisschen so vorhergesagt.

00:25:51: Ich hab gesagt, naja... Das was die Amerikanern hier losgetreten haben, das werden jetzt halt die ganzen anderen Staaten auch imitieren.

00:25:57: Die werden auch immer sagen, hey das sind präzise Waffen die um die bösen Buben töten.

00:26:01: Und hinzu kommt dass diese ganzen verschiedenen militanten bewaffneten Gruppierungen Jihadis und andere Terrorgruppierung und so... ...die werden sich das narrativ auch zu eigen machen und sie werden auch zu diesen Waffen greifen!

00:26:13: Und genau das sehen wir halt heute.

00:26:15: Das heißt, Drone Memorial müsste eigentlich massiv ergänzt werden mit Namen aus Gaza, Mitnamen aus Somalia, Mitnamen aus der Ukraine und so weiter.

00:26:26: Woher hattest du dann die Namen?

00:26:27: Aus Internetberichten, so Zeitungsberichten?

00:26:29: Ja es gab zum Beispiel damals so ein Projekt des Büros of Investigative Journalism in London.

00:26:37: Die haben jahrelang jetzt leider nicht mehr viel gemacht zum Lohnenkrieg der Amerikaner in Pakistan vor allem.

00:26:43: Das Fokus war Pakistan und die haben dann auch immer berichtet rausgehauen und so eine Datenbank gehabt oder so.

00:26:52: aber Da habe ich viele Namen untergezogen.

00:26:55: Dann gab es jemenitische Menschenrechtsorganisationen, im Jemenen gab's auch den Drohnenkrieg und Amnesty.

00:27:01: die haben auch Namen gesammelt.

00:27:03: aber ich muss sagen in Fall von Afghanistan war ich so der einzige fast der das gemacht hat.

00:27:08: krass mich hat das eigentlich schockiert dass sich so der Einzige bin der das macht weil Afghanistan war das am meisten von drohnen bombardierte Land der Welt Aber irgendwie jetzt niemand interessiert.

00:27:19: warum glaubst du?

00:27:21: Ich denke, weil einfach dieser ganze Krieg hier verzehrt geframed wurde und so.

00:27:27: Als Krieg gegen Terror?

00:27:28: Krieg

00:27:29: Gegen Terror!

00:27:29: Das ziftet die richtigen.

00:27:30: wir bauen da auf, Kabul läuft und so... Demokratie, Export.

00:27:36: Es gab immer nur hauptsächlich Berichte aus Kabul, aus der Green Zone Und das fiel mir natürlich auch auf.

00:27:41: also während meiner ersten Reise schon ich so okay ist es schon anders.

00:27:44: Also ich bin so bei meinem Onkel Der lebt im Westen Kabuls.

00:27:51: Ja, jetzt nicht so viele Sicherheitsvorkehrungen.

00:27:54: und dann gehst du halt ins Zentrum der Stadt.

00:27:57: Also in diese ins sogenannte Diplomatenviertel Wasirak-Balkan in Kabul wo die ganzen NGOs sind, wo die ganze ausländischen Botschaften sind usw.

00:28:08: und sofort Und auch viele Medienbüros und da spielt sich halt der Alltag ab!

00:28:15: Ich habe natürlich aufgrund meines afghanischen Hintergründers sehr schnell dort mit Leuten, mit Afghanen auch zu tun gehabt die in diesen Bubbles gelebt haben.

00:28:23: Wann auch oft Afghanen aus dem Ausland, die dorthin gegangen sind um Geld zu verdienen und zu arbeiten und so.

00:28:29: aber ich fand vieles davon sehr befremdlich.

00:28:33: ja also ich habe immer gesagt du keine Ahnung was macht ihr hier eigentlich?

00:28:37: Also es ist schon.

00:28:39: Also du hast, ich war oft in so Büros von irgendwelchen NGOs auch und ich will jetzt nicht NGO Arbeit an sich schlecht reden.

00:28:46: Es gibt sehr viele verschiedene NGOs die da präsent waren Und auch viele die einfach zum Beispiel von USAID Geld bekommen haben und so.

00:28:56: Wenn du dann diesen Kreisen bist, wirst dann schnell überall eingeladen.

00:29:00: wenn Du da einkennst, dann befreundest Dich mit dem Dann gehst mit dem irgendwie weiter zu dem Nächsten und dann machst Du die Sunde Büros, wo eigentlich den ganzen Tag dann irgendwie fein gegessen wurde und die haben gechillt und alles.

00:29:12: Und

00:29:13: im Krieg?

00:29:14: Ja und ich so hey was macht ihr hier eigentlich?

00:29:19: Ich habe oft die ernsthafte Frage gestellt Was ist dein Job so?

00:29:23: Was machst du hier, was machst Du hier?

00:29:25: und oft das kann eine richtige Antwort bekommen.

00:29:27: Und ich so hä?

00:29:28: Und dann habe ich so Freunde immer gefragt so ja was macht der eigentlich?

00:29:32: Was ist der Job?

00:29:33: die bekommt mir voll viel Geld aus Amerika und machen halt irgendwas.

00:29:37: Ja keine Ahnung wissen wir auch nicht so recht was sie machen?

00:29:40: also Es waren halt echt einfach.

00:29:43: es wurde einfach so So ne Bubble Das kennst du wieder?

00:29:48: Ja genau in der Westbank.

00:29:52: Ich habe das sehr früh gemerkt und ich fand es immer sehr befremdlich.

00:29:57: Es wurde immer extremer, vor allem wenn ich dann aus Dörfern berichtet hab in Afghanistan und auch in Taliban-Gebieten damals unterwegs war und einfach diesen Krieg gesehen hat die massive Armut und alles... Das hat mich schon sehr frustriert!

00:30:09: Und ich wusste irgendwann Platz das und der Tag ist dann auch gekommen.

00:30:14: Was meinst du

00:30:15: also?

00:30:16: Also ich wusse irgendwann wird diese Bubble von der Realität eingeholt in diesem Land.

00:30:21: Und das war dann im August zwanzig-einundzwanzig.

00:30:25: Vorher war es so, ich konnte meine kritische Berichterstattung über diesen Krieg eigentlich überall unterbringen aber halt so in einem Maß was nicht das Narrativ dominiert hat.

00:30:35: Es hieß halt so Okay!

00:30:37: Es gibt Berichte aus Afghanistan Da gibts Emran Feros Der sieht das irgendwie kritischer und das ist auch wichtig Und er kennt

00:30:44: sich aus

00:30:45: Genau!

00:30:45: Das lassen wir immer einfließen.

00:30:48: Aber ich habe nicht das narrativ dominieren Und auch in den USA hat das dann immer mehr angefangen.

00:30:54: Okay, da gibt es den Typen wo ich mir dann auch dachte okay aber es gibt doch so viel Berichterstattung... Also wir haben jetzt über Medien Österreich geredet, wir haben über Medien in Deutschland gerede.

00:31:04: Medien in den US sollen ja noch diverser sein!

00:31:07: Aber irgendwie habe ich dann gemerkt also ich hab dann oft auch Interviewanfragen und Recherche Anfragen oder Text-Anfragen aus den USA bekommen wo ich mich dachte Cool einerseits, aber andererseits, wieso bin ich als Afghane aus Europa die klitsche Stimme dort?

00:31:23: Wo sind die anderen Leute?

00:31:25: Das geht hier ab.

00:31:27: Und dann als einundzwanzig die NATO abgezogen ist und die Taliban zurückgekehrt sind und das Ganze eben eingekracht ist diese Bubble Da war es halt dann, also ich kann mich noch erinnern.

00:31:40: Ich habe, ich war ein Monat wirklich jeden Tag kurz zum Burnout weil es gab... Also die ganze Zeit hat mein Handy geklingelt.

00:31:47: Die ganze Zeit gab's Interview-Anfragen und die ganzezeit musste ich Texte schreiben produzieren Und das waren nicht nur tagsüber so sondern auch nachts, weil die Amerikaner sich bei mir gemeldet haben.

00:31:58: Und ich hab dann Feedback von vielen Leuten bekommen, die meinten so hey Du dominierst so das Narrativ.

00:32:04: So, das was du die ganze Zeit gesagt hast... Das ist jetzt relevant weil jetzt die Leute sagen hey keine Ahnung was ist hier falsch gelaufen?

00:32:10: Die Bilder aus Kabul sprachen einfach für sich und niemand wollte lange über diese Realität sprechen dass das Ganze eben halt ja nur eine Bubble war und dass das ganze nicht so schön war wie es immer hieß.

00:32:25: Und ja, das war natürlich auch eine Erfahrung für mich.

00:32:28: Hat mich auch journalistisch in der Branche sehr geboostet, sag ich mal.

00:32:33: Ich bin dann wirklich... Also zufällig erschien zeitgleich mein Buch Der Längste Krieg, wo ich diesen ganzen Krieg kritisch zusammenfasse.

00:32:43: Den Krieg gegen den Terror in Afghanistan.

00:32:46: Aber es war ein Buch!

00:32:47: Das musst du dir vorstellen.

00:32:49: Ich habe immer schon, also auch aus dem Jahr zwei Tausend Sechzehn, siebzehn und Achtzehn dachte ich mir so Und das hat natürlich viel Einfluss auch so auf meine Arbeit und Karriere gehabt.

00:33:17: Ist das berühmte Reporter-Glück, von dem einem immer erzählt wird.

00:33:20: Wir in der Schule hören immer ihr könnt euch anstrengen so macht euer Bestes.

00:33:24: aber manchmal kommt das Reporter Glück dann auch gleichzeitig Zeit.

00:33:27: Ja ja also das kann ja nur Glücks sein.

00:33:30: Also das Buch wurde dann ins Englisch übersetzt ist in Amerika Schienen und so Es war... Das ist Reporterglück Absolut

00:33:43: Reportergluck.

00:33:49: Gab es noch einen ähnlichen Moment wo der Reporter Gott Plötzlich mit dir war, wo du dachtest es ist vielleicht auswegs los aber dann hat's irgendwie geklappt?

00:34:00: Ja ich würde mal sagen Gott weiß ich ja mit mir in irgendwelchen brenzligen Situationen in Afghanistan.

00:34:05: Wo mir dann am Ende zum Glück nichts passiert ist.

00:34:07: Aber wo ich mich dann oft gedacht habe rückblickend vor allem so wenn jetzt was passiert wäre da hätte sich das überhaupt nicht gelohnt und alle wären traurig.

00:34:14: Was waren das für Situation?

00:34:17: Ich war halt oft an der Front wo die afghanische Armee gegen die Taliban gekämpft hat Wo ja wirklich die Straßen vermient waren, wo der Kugelhagel über die Straßen fegte.

00:34:33: Wo du wirklich gehört hast okay da paar hundert Meter weiter wird halt gekämpft.

00:34:38: Da kannst jetzt nicht weiterfahren und so.

00:34:39: Und

00:34:41: Du warst einfach mitten drin?

00:34:42: Allein oder was irgendwie embedded mit irgendwem?

00:34:45: Ne ich war nicht wirklich... Ich war Embedded mit Locals aus dem Gegend.

00:34:48: Genau also ich war mit locals mit Einheimischen die mich da irgendwo hingebracht haben.

00:34:54: Zum Teil auch mit Verwandten, wenn es im Norden des Landes war, also die Familie meiner Mutter stand aus Barlan in Nordesland, ist zwar eine der unruhigsten Provinzen überhaupt und eben da war's halt dann oft so, dass du zufällig mit Verwanden im Auto saßt und da gab's so ne Straße.

00:35:12: Da war auf der anderen Seite des Flusses, waren hinter dem Gebüsch immer die Taliban.

00:35:16: Und entlang der Straße waren die Milizen der afghanischen Armee und der afghanschen Republik von damals... ...und die haben immer so hin- und hergeschossen!

00:35:24: Und immer wenn du da durchgefahren bist, hast dich dann so geduckt und einfach gehofft dass nix passiert.

00:35:29: aber es waren nie gepanzerte Autos oder sowas.

00:35:31: Es waren immer so einfach ich bin halt.. Ich habe mich in Afghanistan immer so bewegt wie's die anderen Menschen auch tun meistens halt im Toyota Corolla oder einfach so ein Bus Also nix gepanzert ist und so.

00:35:43: Das würde ja wahrscheinlich keine Redaktion bei dir du fest wärst durchlassen, oder?

00:35:47: Ja Wahrscheinlich dieses

00:35:49: Risiko

00:35:50: ja wahrscheinlich.

00:35:51: also es gibt ja da eben immer Risikoprotokolle die du durchgehen musst Und diese ganzen Sicherheitsrisiken.

00:35:57: und dann auch damals war es so dass viele Journalisten Deshalb Diese bubble nicht verlassen konnten.

00:36:04: und irgendwann was aber auch so ja ist halt so Am Anfang hat man sich dagegen gewährt und dann hat man irgendwann gemerkt, das ist halt so.

00:36:12: Und dann ging aber auch die Realität an einem vorbei.

00:36:14: Wenn man saus ist, war es immer mit Sicherheitskonvoy und so.

00:36:18: So kannst du meiner Meinung nach viele wichtige Dinge nicht einfangen.

00:36:23: Also Leute, die mit dir sprechen wollen, reagieren anders wenn du da in so nem Sicherheitsconvoy tauchst.

00:36:30: Kommen wir vielleicht nochmal zu diesem Arbeitsmodus als Freier Journalist also... Du hast eine Familie?

00:36:37: Du fährst ein Auto, du arbeitest vollkommen frei.

00:36:41: Kannst du gut leben davon?

00:36:45: Ich muss sagen mittlerweile ja also mittlerweile so dass das ich sagen kann okay ich kann meine Rechnungen bezahlen auch wenn die manchmal bisschen höher sind und so.

00:36:55: Ich kann mein Kredit abbezahlen und meine Wohnung also hier die Wohnung abbetahlen und meinen Auto unterhalten und so.

00:37:03: aber es ist immer noch.

00:37:06: Also ich bin in den letzten Jahren ein bisschen so zum Geschäftsmann geworden auch, weil wenn du so nicht willst dann bist du in einer endlosen Ausbeutungsschleife und wirst immer prekär leben.

00:37:19: Vor allem wenn du nichts hast das dich stützt oder niemanden hast der dich stützen.

00:37:23: also Journalismus ist auch oft eine Klassenfrage.

00:37:28: Ja bei mir ist es so Du kannst jetzt vielleicht etwas nachvollziehen eher nachvollziehend aber Ich mach manchmal so Witze darüber.

00:37:35: Ich sag dann halt oft zu pögerlichen Kindern, die irgendwie aus Wohlhaben da sind Familien kommen und so... Da sage ich also auch wenn es Freunde sind, sei jetzt aber gar nicht in der Journalismus-Bedrohung sind, sage ich so naja bei euch ist halt so die Eltern zahlen und ihr werdet schnell aufgefangen Und es gibt Rechnungen.

00:38:00: Die werden eigentlich die ganze Zeit von den Eltern übernommen.

00:38:02: Bei uns ist so, wir bekommen die Rechnungen der Eltern noch dazu.

00:38:08: Also bei uns ist halt so... Der Papa sagt hier du arbeitest jetzt?

00:38:13: Keine Ahnung!

00:38:15: Es gibt mir Geld.

00:38:16: Also ich unterstütze mich, weißt du?

00:38:19: Das ist eine Realität!

00:38:20: Das klingt jetzt lustig und so aber es ist so.

00:38:22: also wir tragen da die Eltern mit weil auch unsere Eltern das betrifft nicht nur mich sondern viele andere Menschen auch.

00:38:30: Viele andere migrantische Menschen haben vielleicht studiert oder meine Mutter hat in Afghanistan studiert hat einen tollen Job gehabt und gut gearbeitet.

00:38:38: Was hatte ihr gemacht?

00:38:39: Also was heißt toller Job?

00:38:40: Die hat halt ein Bürojob in der Ministerium gehabt Und hat etwas gemacht, was ihrem akademischen Niveau entsprach.

00:38:48: Aber hier hat meine Mutter also nichts davon wurde hier anerkannt und sie war dann meistens Hausfrau.

00:38:55: und eben also die hatte jetzt nicht eine fette Rente oder sowas verstehst?

00:39:00: Und mein Vater hat zwar hier studiert aber wie viele andere afghanische Väter war es halt immer so.

00:39:09: das ist dann hieß okay der Krieg ist bald vorbei wir kehren zurück.

00:39:12: Ich baue mich hier gar nicht so was Großes auf.

00:39:15: Dann hast du die ganzen Verwandten in irgendwelchen Flüchtlingslagern und so zerstreut, die immer Geld brauchen.

00:39:21: dann schickst du halt denen Geld und so... Also alles solche Sachen!

00:39:25: Und das sind so Sachen, dass kennen halt viele Menschen hier einfach gar nicht.

00:39:30: Du wächst auch immer mit einer finanziellen Unsicherheit auf und versuchst es irgendwie zu überwinden.

00:39:38: Wie schaffst du das dann trotzdem?

00:39:40: Ja, also es ist halt so.

00:39:43: Ich habe halt mittlerweile meine festen Auftraggeber.

00:39:47: Ich brauche auch nicht viel Zeit verschwenden mit irgendwelchen Pitching-Prozessen.

00:39:53: Es gibt Medien für die steibe ich gar nicht, weil ich dort nicht publiziert werden würde sondern ich weiß so...es lohnt sich gar nicht.

00:40:00: Die ganze Zeit herumpitschen und bla bla bla.

00:40:01: Welche sind das?

00:40:05: Ich bin jetzt nicht mal von meinem Honoran, vom Spiegel oder von der Zeit und so abhängig.

00:40:10: Ich schreibe immer wieder für die... ist dann cool!

00:40:13: Aber ich bin da jetzt kein fester Autor, der regelmäßig liefert.

00:40:18: Weiß dich einfach nicht lohnt auch?

00:40:20: Ja also es gibt sicher verschiedene Gründe wieso ich da jetzt nicht so der feste Autor bin.

00:40:25: aber ich weiß halt wenn ich da irgendwie was versuchen würde Was aufwendig wird, das dauert vielleicht... Also wir sind da einfach nicht so zusammengekommen.

00:40:34: Das lohnt sich nicht!

00:40:35: Der Aufwand lohnt es sich für mich nicht.

00:40:37: Ich habe so meine festen Auftrag nehmen auch in Österreich und der Schweiz.

00:40:40: Auch noch international, auch in den USA und so.

00:40:43: Und dann hab ich meine Vorträge, meine Lesungen.

00:40:46: Das ist ein wichtiges Standbein geworden was seit Jahren jetzt da ist also seit schon vor einundzwanzig aber seit einundzwanzig, also einundzeitausend, einund zwanzig zweiundzwantig dreiundzwanzig sehr viel Zeit unterwegs verbracht mit irgendwelchen Lesungen und Vorträgen usw.

00:41:05: Also ich bin ja auch oft generell einfach vorträge über die aktuelle Lage in Afghanistan usw.. Da ist es aber auch wichtig, dass man sich nicht unter dem Wert verkauft!

00:41:20: Ich merke das bei vielen Kolleginnen, dass sie dann schnell einfach Honorade annehmen für die es sich eigentlich nicht lohnt weil die einfach zu wenig sind.

00:41:28: Und da muss man, das meine ich damit.

00:41:29: Man muss ein bisschen vehementer werden und ein bisschen Geschäftsmann werden oder Geschäftsvorgär.

00:41:34: Woher

00:41:34: weiß man welches Honorasich für einen lohnt?

00:41:37: Ja also... Das merkst du halt mit der Zeit, mit deinen Ausgaben und auch wenn du dich schlau machst was normal so bezahlt wird!

00:41:45: Es gibt ein Tool mittlerweile, was dir hilft ist mir aufgefallen.

00:41:49: Also was auch realistisch ist und zwar diese ganzen KI-Dinger Egal, ob Claude oder Gemini oder Chat GPT.

00:41:58: Auch ich habe angefangen diese Dinge genau für solche Sachen ein bisschen zu benutzen und bis hin zu schauen was ist der Wert?

00:42:05: Und das ist oft gar nicht so schlecht.

00:42:07: also ich kann es auch jungen Kollegen in einem empfehlen macht, also geht nicht irgendwo hin für hundertfünfzig Euro oder so.

00:42:14: Außer es ist wirklich so eine solidarische Sache.

00:42:17: Es sind irgendwie Studenten, es ist etwas wo ihr wisst okay das sind coole Leute.

00:42:21: Das mache ich bis heute noch.

00:42:23: Also es gibt auch Situationen da hinten nehmt ja kein Honora weil ich weiß ok ich kann's mir leisten dahin zu gehen ohne Honora und es tut der Sache gut.

00:42:31: aber es gibt extrem viele Institutionen die ein Haufen Geld haben einfach rum Also einfach gierig sind, einfach geiern und geizig sind.

00:42:40: Und nicht ordentlich zahlen.

00:42:43: Da kann man mittlerweile sehr schnell herausfinden was sich eher lohnt.

00:42:57: Was war dein größter Struggle Moment in deinem Leben als Journalist?

00:43:03: Der größte Struggle moment war eine Slapklage die ich vor zwei Jahren hatte.

00:43:08: Was heißt Slap ?

00:43:10: Slap heißt...

00:43:12: Also was bedeutet das?

00:43:13: Ja, genau.

00:43:15: Das ist ein strategischer, also Slap steht für Strategic Lawsuit Against Public Participation und es ist halt so eine klassische Klage die auch viele Journalistinnen trifft David gegen Goliath zum Beispiel.

00:43:31: wenn dich hier irgendein, du berichtest kritisch über irgendeinen Konzern und der verklagt dich dann und will dich so Mundtot machen Weil du dann mit hohen Anwaltskosten und Gerichtskosten, also weil du halt von dem Ganzen dann erdrückt wirst.

00:43:44: Und von der Arbeit die dann damit zustande kommt und so wollen die dann halt dich fertig machen.

00:43:50: Was war da?

00:43:51: Wer hat dich verklagt und warum?

00:43:52: Ja das waren afghanische... Also ex Politiker aus Afghanistan Die halt in Europa als Investoren auftreten und mit ihrem Geld halt auch viele Immobilien gekauft haben, auch hier in der Gegend in Süddeutschland.

00:44:10: Und die wurden von den Amerikanern sanktioniert.

00:44:15: Ende zwanzig dreiundzwanzig vom US-Finanzministerium.

00:44:20: Früher haben sie mit den Amerikamern zusammengearbeitet.

00:44:22: mittlerweile sind sie auf der Sanktionsliste Aufgrund von verschiedenen Dingen, die sie mutmaßlich getan haben.

00:44:28: Ich muss jetzt auch aufpassen wie ich mich ausdrücke.

00:44:31: Du merkst... Mein Sprachgebrauch ändert sich dann ein bisschen.

00:44:36: Wir

00:44:37: wollen keine zweite Klage riskieren?

00:44:38: Nein!

00:44:39: Das wird auch nicht kommen hoffentlich.

00:44:43: Aber es ist halt so dass diese Leute... Die haben viele verklagt, die darüber berichtet haben.

00:44:51: Wo

00:44:51: hattest du damals berichtet?

00:44:53: Ja, das war so ein kleines Magazin was zum Westendverlag gehört.

00:44:57: Das Overton-Magazin.

00:44:59: aber eigentlich hat es begonnen mit einem Interview dass ich dem SWR gegeben habe.

00:45:04: Ich hab dem SW R einen Interview gegeben weil hier natürlich darüber berichtet wurde regional und ich wurde dann als Afghanistan Experte gefragt hey was geht da ab und wer sind diese Leute?

00:45:17: und ich habe dann eine Minute lang halt erklärt was Sache ist Und ich habe nur das wiederholt, was die Amerikaner auch gesagt haben.

00:45:25: Dann bin ich schon auf dem Radar von denen gelandet und dann haben sie halt so eine bekannte Medienkanzlei engagiert, die auch sehr berühmt-berüchtigt ist für solche Sachen.

00:45:36: Man kann sich

00:45:36: denken... Genau ja, findet man schnell raus!

00:45:39: Und dann ging es halt los.

00:45:41: Danach hab' ich noch zwei Texte publiziert und die Kollegen der Tatze haben das selber gemacht und den ist dasselbe passiert dann?

00:45:50: Aber ich war komplett allein da.

00:45:51: Kein Verlag in deinem Rücken sozusagen?

00:45:53: Nein, der Verlag ist sofort eingeknickt.

00:45:55: Krass!

00:45:55: Die sind sofort eingegnickt auch ohne Absprache mit mir.

00:46:00: Die haben halt so eine einstweilige Verfügung sofort unterschrieben.

00:46:03: So eine Unterlassungserklärung... Sorry, Unterlassungserklärungen haben die unterschieben und ich habe mich dagegen geweigert weil ich war davon überzeugt dass das was ich sage stimmt.

00:46:13: Und dann ging es halt in mehr Gerichtsrunden

00:46:16: usw.,

00:46:16: also ein einzweiliger Verführungsverfahren.

00:46:19: Du musst dir halt vorstellen, du hast auf der Gegenseite Leute die Milliarden besitzen oder auf jeden Fall hunderte Millionen um jetzt nicht zu ungenau zu werden.

00:46:31: Und du stehst halt da als freier Typ, der halt irgendwie gar nix hat.

00:46:37: Die Rechnung der Eltern noch bezahlen muss?

00:46:39: Ja zum Teil und ich habe dann eine GoFundMe-Kampagne gemacht.

00:46:44: das hat mich dann wirklich gerettet Und es gab dann auch viel PR diesbezüglich, also die Leute haben... Also die Öffentlichkeit hat schon verstanden was die Gegenseite da macht.

00:46:56: Es gab dann noch ein NDR Beitrag darüber über Slapklagen der konnte ich dann auch zu Wort kommen.

00:47:02: Die Kollegen sind extra angereist hierher, die waren schon alle sehr solidarisch.

00:47:06: Das weiß ich ja zu schätzen und das hat mir auch viel geholfen.

00:47:10: Dadurch bist du auch aus diesem Loch rausgekommen?

00:47:13: Ja, ich bin auch gestärkt rausgekommen!

00:47:16: Ich habe gemerkt wie viele Medienmacher und Journalisten überhaupt keine Ahnung von der Rechtslage haben und wie einem das zum Verhängnis werden kann.

00:47:24: also auch hier kann ich nur sagen sobald ihr investigative Recherchen macht macht euch das schlau.

00:47:30: Viele haben echt keine Ahnung und es ist auch nicht immer deren Schuld, es ist einfach ein Thema was zu kurz kommt.

00:47:38: Und ja also und das nutzt dann der Gegenseite weil die haben halt Ressourcen und die kann's leider wissen was sie zu tun haben und dann auf einmal steht man blöd da.

00:47:52: Es ist generell auch ein Demokratie-Problem.

00:47:55: Also Demokratie defizit, dass das so stattfinden kann.

00:47:57: Slapklagen gibt es in der ganzen EU auf Malta und Zypern.

00:48:01: Da gab's eine ganz bekannte Journalistin aus Malta die leider... also sie wurde von Slap klagen überhäuft Und am Ende wurde sie auch von einem dieser Typen getötet.

00:48:16: Die auf dem U-Boot oder was?

00:48:18: Nein, das war eine Autobombe glaube ich.

00:48:22: Ich will jetzt nichts Falsches sagen aber es findet ihr ganz schnell und... auch hier wirklich schief laufen dann.

00:48:32: Also es ist gefährlich, das sind keine... also wir sind zwar in Europa aber hier gibt's viele, viele problematische Akteure die so wie unwesend treiben und damit auch die Demokratie gefährden und eines der Mittel dass sie benutzen isst das sind solche Slapklagen.

00:48:47: Aber ja du musst dir vorstellen aber ich hatte da zum Beispiel diesen Gerichtstermin in Hamburg im Landgericht Hamburg Und ich war so voll im Minus am Konto Scheiße.

00:48:59: Und bin da hingefahren und ich wusste nicht mal so wie Zeichwort die nächste Miete, wie läuft das daheim ab?

00:49:06: Also es war schon eine Zeit... Ich glaube da habe ich auch viele kwaue Haare hier bekommen.

00:49:10: aber rückblickend hat's mich dann schon gestärkt.

00:49:16: Plan B!

00:49:22: Und gibt's ein plan b. also gabs Zeiten wo du aufhören wolltest mit Journalismus vielleicht auch dieser Moment und was hättest du denn gemacht oder überlegst du jetzt noch manchmal umzusetzen?

00:49:32: Ja

00:49:33: also ich glaub Also ich arbeite sehr isoliert in dem Sinn, dass sich nicht viel mit anderen Leuten immer so zu tun hat.

00:49:42: Mit anderen Journalisten und mit irgendwelchen PR-Leuten und Pressesprechern und so.

00:49:47: Ich gehe da auch nicht immer hin.

00:49:48: also diese medial politische Blase die es auch in Berlin gibt oder hier in Stuttgart das ist nicht so mein Alltag.

00:49:55: Aber sobald ich ein bisschen da drin bin und merke, was dafür Leute sind oder was mir dann oft empfohlen wird und angeboten wird.

00:50:01: Da merke ich schon schnell, dass ich mit meinem Profil, das auch ein internationales Profil ist, sehr leicht irgendwo anders einen sehr gut bezahlten Job bekommen.

00:50:10: Weil diese Sachen, die ich mache – auch was ich schreibe, alles, was ich den ganzen Tag mach… Das ist für mich sehr selbstverständlich geworden!

00:50:20: Und es wird auch für viele andere Journalisten innen sehr selbstständig sein... Aber irgendwann checkst du, dass Vollfiele eigentlich überhaupt keine Ahnung haben und also zum Beispiel vor allem was im PR Bereich betrifft in irgendwelchen Firmen.

00:50:35: Was so strategische Kommunikation betrifgt, was auch so Kommunikations mit Medien betriften.

00:50:40: Das ist eigentlich etwas das sehr gut bezahlt ist wenn man da die Expertise hat.

00:50:45: aber eben wieso ist es bezahlt?

00:50:47: weil Vollfile überhaupt keine ahnung haben?

00:50:50: Und da gab es natürlich, also vor allem wenn man sich so anschaut was es dafür Möglichkeiten gibt.

00:50:57: Was es dafür Konzerne auch gibt nicht nur in Deutschland sondern auch in der Schweiz zum Beispiel.

00:51:01: Was man da verdienen kann mit deutlich weniger Stress.

00:51:06: Da denkt man sich schon manchmal wieso macht man das nicht?

00:51:08: Also was soll das?

00:51:09: Was bringt das?

00:51:10: Ich hatte schon so Momente wo ich mir das auch gedacht habe aber ja...

00:51:16: Aber du machst es

00:51:17: trotzdem

00:51:18: nicht!

00:51:19: Also warum machst du das?

00:51:21: Mir ist es

00:51:21: zu wichtig was ich mache.

00:51:23: Mir macht's auch sehr Spaß, was ich mach'.

00:51:25: Ich wünschte manchmal es gäbe halt mehr Ressourcen Das zum Beispiel halt auch zum Reisen für Reportagen und so.

00:51:31: Es ist halt wichtig dass Du da Reisebudgets hast und so Und die werden immer kleiner und sind zum Teil gar nicht vorhanden und so.

00:51:40: Das ist bedauerlich.

00:51:41: also wenns da wirklich mehr Gelder geben würde wäre es einfach für viele so viel einfacher und man könnte soviel schöne Sachen produzieren.

00:51:49: Aber ja, ich komme damit nicht zurecht.

00:51:52: Es passiert einfach zu viel und ich denke mir also politisch auf der Welt passiert so viel wo ich mir denke hey keine Ahnung das sind so wichtige Themen Und es gibt so viele Menschen die auch auf mich zählen So viele Leserinnen und so Die auf mich Zählen und es wäre irgendwie falsch denen zu sagen sorry Ich bin jetzt weg.

00:52:16: In dem Buch Wir Wollen Leben, was du in der Beschreibung schreibst.

00:52:27: Ich habe fast jede Hoffnung verloren.

00:52:30: Was meinst Du damit?

00:52:32: Und was machst du dagegen?

00:52:33: oder wie geht's dir damit?

00:52:34: Ja, ich meine da mit leider die Berichterstattung diesbezüglich und das ist natürlich wieder so ein Punkt wo ich mir gedacht habe naja was bringt es hier, was mache ich eigentlich.

00:52:44: Die Berichtestattung zum Genozid in Gaza und zu Massenmord an palästinensischen Journalistinnen der dort stattfindet und wie hier leider wieder in der deutschen Debatte das Ganze behandelt wird.

00:52:59: Also, das ist nicht nur der Springer-Verlag mit dem ich übrigens nie etwas zu tun haben wollte.

00:53:04: Das war so einer meiner Gedanken ganz früh schon egal was passiert, nie für die schreiben.

00:53:10: Habe ich

00:53:10: auch.

00:53:11: Genau!

00:53:11: Nie für die schreiben und so...

00:53:13: Und hat geklappt bisher?

00:53:14: Hat geklappt!

00:53:15: Ja ja also...

00:53:16: Vorher machen wir PR.

00:53:17: Genau

00:53:17: vor allem machen wirPR.

00:53:18: Also wirklich.

00:53:21: Ich habe einmal, dass es jetzt auch länger her, Ich glaube, fünf Jahre oder so.

00:53:25: Das war auch im Zuge dieser ganzen Afghanistan-Sachen.

00:53:28: Da gab es so viele Anfragen von überall.

00:53:32: Da hat mich ein Weltjournalist kontaktiert... ...das war ein Interview zu Lage in Afghanistan und ich habe den dann recherchiert und das sah aus wie ein korrekter Kollege.

00:53:41: Ich hab ihm dann das Interview gegeben.

00:53:43: also ich habe ein Interview der Welt gegeben.

00:53:45: mittlerweile bereue ich auch das.

00:53:46: dafür kann dieser Kollege nix.

00:53:48: aber mittlerweile bereu ich auch dass Ich habe im letzten Jahr als, das war glaube ich so vor einem Jahr hatte ich eine Anfrage von Politico was auch zu Springer gehört und ich weiß dass auch dort korrekte Leute arbeiten.

00:54:02: Die sind auch nicht zufrieden mit dieser ganzen Springerpolitik was Israel betrifft und so.

00:54:06: Ich hab' ne Anfrage bekommen.

00:54:08: da ging's wieder darum ja wir würden dich gerne zur Lage in Afghanistan interviewn Und ich hab gesagt nee ihr gehört zum Springerverlag.

00:54:17: Also, eure Haltung zum Genozid ist bekannt und ich gebe euch kein Interview.

00:54:21: Sorry!

00:54:22: Auch wenn du vielleicht korrekt bist... also da hab' ich dann die Grenze nochmal gezogen.

00:54:27: Ja, ich glaube diese Integrität fehlt leider vielen Leuten in Deutschland

00:54:30: im Journalismus.

00:54:31: Ne, aber das geht einfach.

00:54:34: Wieso habe ich das geschrieben?

00:54:35: Dass sich den Glauben an meine Zunft verloren hat.

00:54:37: Na ja was soll ich denn schreiben, wenn da die ganze Zeit Journalisten innen abgeschlachtet

00:54:41: werden?!

00:54:42: Unter anderem auch durch Drohnenangriff und so weiter.

00:54:44: Also alles eine Kriegsführung über die ich auch immer berichtet habe, eine dystopische Entwicklung, die ich immer befürchtet hab.

00:54:50: Und dann passiert das und anstatt da irgendwie Stellung und Halt also in der Stellung eine Haltung einzunehmen, die dem Ganzen gerecht wird sowie dass viele internationale auch gemacht haben.

00:55:00: Also alle internationalen Journalisten, Vereine Organisationen, die mir so einfallen, die haben dann eine klare Haltung.

00:55:07: Ich habe auch viele Kollegen, viele Freunde in US-Medien und so.

00:55:11: Beim New York Times Magazine bei anderen Investigativmedien und sowas.

00:55:17: Die haben alle eine ganz klare Haltung zu den Sachen.

00:55:20: Das ist nicht mal eine Diskussion!

00:55:22: Aber hier in Deutschland kommt dann irgendwer und sagt ja aber war das ein Hamaspropagandist oder irgendwie so was?

00:55:31: Und ich habe einfach keinen Bock mehr auf so was.

00:55:32: Also, äh... Ich bin da sehr offensiv!

00:55:36: Ich hab das auch so geschrieben und es war ein bisschen auch eine... äh ... Bläckmicher-Marsch-Äh... Erhaltung die ich an den Tag bringe.

00:55:44: So, ähh..so ist es, so denke ich und mach damit was ihr wollt.

00:55:49: Äh macht einen Shitstorm, ignoriert mich, mir egal.

00:55:53: Aber ich kann mich dann nicht verstellen.

00:55:56: Und das kann ich bis heute nicht.

00:55:59: Ich finde es sehr bedauerlich, dass viele Leute da immer noch keine klare Haltung gefunden

00:56:06: haben.

00:56:07: Aus Karrieregründen?

00:56:07: Ja aus Karrieredegründen

00:56:09: oder ja... Es gibt auch Leute die vielleicht ideologisch... Die verstehe ich sowieso nicht.

00:56:16: Das sind dann auch so Leute, die schnell Menschen wie mich angreifen, die dann halt irgendwie ideologische einfach sagen, keine Ahnung.

00:56:24: Die IDF weiß schon was sie tut!

00:56:26: Und das sind Leute, die sich als Journalisten bezeichnen.

00:56:29: Also mit diesem Begriff des Journal... also wenn das Journalisten sind dann bin ich kein Journalist!

00:56:34: Du bist Journalist.

00:56:36: und was mich persönlich vielleicht auch nochmal interessiert?

00:56:38: Also du hast Migrationshintergrund, du heißt Emran, du bist Moslem.

00:56:43: Wie ist es in der deutschen oder deutschsprachigen Medienbranche unterwegs zu sein, die ja eher weniger divers ist jetzt im Vergleich mit anderen Ländern?

00:56:51: Ja, ich arbeite zum Glück nicht in so einer Redaktion weil ich glaube, ich würde das gar nicht aushalten.

00:56:55: Da sage ich ganz klipp und klar aufgrund dieser Dinge auch, aufgrund dieses Umgangs der weiterhin da ist.

00:57:01: Ich denke in Österreich ist es schlimmer so wie ich das immer mitbekomme aber in Deutschland ist er ja jetzt nicht schön zu sehen und du merkst hier auch wie international unterschiedlich das Ganze ist.

00:57:12: Also ich weiß noch genau wie ich mal mit CNN einen solchen Projekt gearbeitet habe.

00:57:17: Da ging's auch um eine Recherche in Afghanistan Und wir hatten halt immer unsere Calls.

00:57:20: Das war während der Corona-Zeit Und wir waren so fünf Leute, also einmal ich dann einmal eine sehr bekannte Kollegin die sudanesische Wurzeln hat.

00:57:31: CNN-Korrespondentin Also auch ne Muslima Dann hattest du noch eine Palsenenserin.

00:57:38: Auch ne Muslime weiß ich gar nicht.

00:57:42: Es war auch nicht das Thema aber der Umgang war anders.

00:57:44: So keine Ahnung.

00:57:46: Die sagen einfach so Sachen wie Ja wird schon den Schala We will make it und dann die britischen Kollegen, die auch dabei sind.

00:57:54: Für dieses auch kein Ding für dieses auch was normal ist.

00:57:59: oder eben wenn du das war.

00:58:02: jetzt vor ein paar Monaten als fast Monat war hatte ich eine Podcast Aufzeichnung mit einem Kollegen aus London Und der hat je Minitsche Wurzeln und das Erste, was er halt so ganz normal gefragt hat war.

00:58:14: Und ja wie läuft's im Ramadan?

00:58:16: Es ist ja kalt oder... Das war halt so ein Gespräch aber ohne dass man irgendwie sowas Exotisches draus macht oder dass du so komisch darauf angesprochen bist.

00:58:25: Das ist einfach ein normales Gespräch weil das normale Realität ist genau auf Augenhöhe!

00:58:29: Und das hast Du halt hier nicht Das hast du hier nicht.

00:58:32: Es ist leider so, du hast es hier nicht und... Du merkst das auch?

00:58:36: Und ich denke viele haben's noch mal schwieriger die also viele KollegInnen, die da in irgendwelchen Redaktionen fest sitzen arbeiten weil sie auch nicht anders können, weil sie ja auch, weil da Existenzen dranhängen und so.

00:58:49: Und dann ist es aber auch was meine Erfahrung war im deutschen Diskurs, das muss ich auch sagen Ich hab gemerkt wie der Umgang mit mir ein anderer wurde Ab dem Zeitpunkt, ab dem sage ich mal, ich unter Handlungszeichen berühmt war.

00:59:06: Durch Talkshows und

00:59:07: Bücher?

00:59:07: Genau der Umgang war ein anderer meine Texte wurden gar nicht mehr dedikiert das wurde einfach abgenommen ist natürlich angenehm aber... Der Umgang war ein anderer und vor allem der Umgang wurde auch anders, sobald das gegenüber gemerkt hat.

00:59:22: Okay, der Typ ist ja auch international bekannt.

00:59:27: Der hat halt auf Englisch zu Zeug geschrieben und du merkst schon dass da der Umgang andere ist.

00:59:32: also es hatte etwas Provinzielles immer und du merkst es halt.

00:59:44: Wir sind jetzt hier an einer Schule und wollen diesen Weg gehen.

00:59:48: Hast du einen Tipp an so gerade in der Ausbildung befindet Journalisten, die irgendwie spannend finden was du machst.

00:59:56: Wo sie sich dran festhalten können auf ihrem Weg?

00:59:59: Ja also auf jeden Fall das was ich vorhin meinte vor allem diese ganzen Pitching Geschichten und so Das ist etwas, was sich jedem ans Herz legen kann.

01:00:09: Dass man da wirklich nicht aufgeben soll auch wenn oft gar keine Antwort kommt und so dass man nerven soll das man vor allem wenn man noch die Zeit hat und die Nerven hat gewisse Dinge zu machen, dass man das dann auch tun soll.

01:00:23: Dass aber sich gegenseitig miteinander mehr vernetzt sein sollte.

01:00:30: also Leute wie du und ich sollten einfach auch mehr im Alltag miteinander zu tun haben Und das man auch merkt, okay.

01:00:38: Man struggelt da nicht allein.

01:00:40: und ja aber ich weiß viele von euch hier ihr seid in Deutschland und ihr steibt viel auf Deutsch und so Aber versucht also die deutschen Grenzen zu überwinden.

01:00:53: Also je früher ihr das macht umso mehr werdet ihr später davon haben sowohl hier als auch irgendwo anders.

01:01:01: Und ja, ich denke... Ja und natürlich macht es auch Sinn.

01:01:06: Das war auch bei mir so.

01:01:08: Also wenn man halt Experte wird in bestimmten Gebieten dann profitiert man immer davon.

01:01:16: Natürlich kann man seinen Spektrum später ausweiten aber wenn man so... also das war auch beim... Ich hab's halt gemerkt!

01:01:24: Ich habe diese Nische gefunden und hab die dann ausgeweitet und für mich ganz gut so Ja, ausnutzen können.

01:01:34: und vor allem als freier hat man da etwas.

01:01:37: wenn man das einmal gut geschafft hat dann kommen auch viele Medien immer so auf einem zurück weil sie wissen okay der weiß dann mehr.

01:01:45: Okay ja vielen vielen dank dass du hier warst.

01:01:47: Danke dir!

01:01:48: Hat Spaß gemacht zu quatschen und ähm

01:01:51: Dankeschön.

01:01:52: Gerne wieder, hat mich gefreut.

01:02:07: Das war Emron Ferdos zur Besuch bei Reporter Insights.

01:02:11: Wenn euch der Podcast gefallen hat, dann liked, abonniert und teilt ihn gerne.

01:02:15: Das hilft uns gehört zu werden!

01:02:17: Wir freuen uns über Feedback am liebsten auf Instagram – da heißen wir ad-reportageschule.