reporter insights - Journalist*innen erzählen ihre Geschichte

reporter insights - Journalist*innen erzählen ihre Geschichte

Der Podcast der Reportageschule

#3 Johannes Greß, warum müssen wir im Journalismus Banden bilden?

#3 Johannes Greß, warum müssen wir im Journalismus Banden bilden?

Der freie Journalismus kann einsam und umkämpft sein – muss er aber nicht. In der dritten Folge der neuen Staffel von „Reporter Insights“ spricht Host David Pister mit Johannes Greß über investigativen Journalismus, prekäre Arbeitsbedingungen und warum wir Journalist*innen uns zusammenschließen sollten.

Johannes Greß arbeitet seit acht Jahren als freier Journalist in Wien. Er schreibt und recherchiert unter anderem für den Standard, die ZEIT, den ORF und die New York Times. Seine Schwerpunkte sind prekäre Arbeitsbedingungen, Umwelt und Migration.

Es geht um die Herausforderungen der freien, selbstständigen Arbeit, wie man über rumänische Forstarbeiter in Österreich recherchiert und wie er überhaupt zum investigativen Journalismus gekommen ist. Johannes Greß erzählt von seinen ersten journalistischen Texten, der Kraft der Gruppen und warum er es trotzdem macht.

#2 Hatice Kahraman, wie begeistert man junge Menschen für Journalismus?

In der zweiten Folge der neuen Staffel von „Reporter Insights“ spricht Host Anton Benz mit Hatice Kahraman über jungen Journalismus fernab der großen Medienstädte.

Als Chefredakteurin der Jugendredaktion Salon5 von Correctiv verfolgt sie eine klare Mission: möglichst vielen Jugendlichen das journalistische Handwerk nahezubringen.

Trotzdem lernen angehende Redakteur:innen bei Salon5 nicht mehr zu Schreiben. Warum das so ist, erklärt Hatice Kahraman im Gespräch. Außerdem erzählt sie von ihrem Weg in die Medienwelt und warum sie trotz der aktuellen Krisen der Branche optimistisch in die Zukunft blickt.

#1 Hella Kemper, warum nach 20 Jahren Magazin der Wechsel zum Newsdesk?

In der ersten Folge der neuen Staffel von „Reporter Insights“ spricht Host Stella Lueneberg mit ihrem journalistischen Vorbild Hella Kemper über Skrupel bei der Recherche, herausfordernde Protagonist*innen und ihren neuen Job bei der ZEIT.
Hella Kemper war mehr als zwanzig Jahre Redakteurin bei den Magazinen der ZEIT, zuletzt beim ZEIT Wissen Magazin. Im Februar 2026 ist sie zum Newsdesk der ZEIT gewechselt.
Im Gespräch geht es um den Mut, sich nach einer langen Karriere noch einmal ganz neuen Herausforderungen zu stellen, aber auch um die Frage, wie man einen Protagonisten interviewt, der nur mit den Augen kommunizieren kann.
Hella Kemper gibt Einblicke in berufliche Struggles, erzählt von Momenten des Reporterglücks und warum sie auch nach Jahren noch begeistert von der Vielfalt des Journalismus ist.

#20 Kommt zum Punkt, 20er!

Ein aufregendes Jahr in Reutlingen geht vorüber und der 20. Jahrgang verlässt die Reportageschule. David Fuhrmann und Dune Korth bitten die diesjährigen Podcasts-Hosts jetzt auch mal zum Punkt zu kommen. Sie erzählen von schönen Momenten, und solchen, an denen sie die Ausbildung abbrechen wollten, von Herausforderungen und Träumen für die Zeit danach. Ein paar Tipps für den neuen Jahrgang haben sie auch im Gepäck.

#19 Geht Journalismus ohne Ellenbogen, Timo Stukenberg und Karolina Kaltschnee?

Im Journalismus herrscht oft Konkurrenzdruck, Unsicherheit und das Gefühl, allein zu kämpfen. Doch manche Reporter:innen entscheiden sich bewusst für Zusammenarbeit. Das Selbstlaut Kollektiv will dem Einzelkämpfer-Dasein etwas entgegensetzen: solidarisches Arbeiten, gemeinsame Recherchen, gegenseitiges Empowerment.
In dieser Folge sprechen wir mit Karolina Kaltschnee und Timo Stukenberg vom Selbstlaut Kollektiv darüber, ob kollektive Strukturen tatsächlich eine Antwort auf prekäre Arbeitsbedingungen und Frustration sein können. Wie funktioniert ein Kollektiv ohne Hierarchien? Wie schreibt man gemeinsam? Und wie verhandelt man mit Redaktionen als Team?

#18 In Dortmund stehen Kinder auf dem Strich – wie schreibt man darüber, Sophie Sommer?

Im Norden von Dortmund kann man für 20 Euro Sex mit einem Kind haben – das ist dort ein offenes Geheimnis. Sophie Sommer ist Politikredakteurin der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Sobald sie vom Kinderstrich erfährt, führt ihre Recherche sie in eine Welt aus Armut, Vernachlässigung und machtlosen Behörden. Erzählt wird dieses System an Maxi, die als Kind von ihrer Familie zur Prostitution gezwungen wurde. Mit Dune Korth spricht Sophie Sommer darüber, wie wichtig eine Redaktion ist, die lange Recherchen auch im Regionalen unterstützt, wovon eine gute Investigativrecherche getragen wird und wie Journalist:innen sich im Lokalen Zugang zu den Protagonist:innen verschaffen.

Triggerwarnung:
In dieser Folge geht es um Missbrauch. Einige Passagen können emotional belastend sein. Bitte hört die Folge nur, wenn ihr euch damit wohl fühlt.

#17 Kann ein Tumor Protagonist sein, Vivian Pasquet?

Der Jugendliche Till hat Knochenkrebs. Seine einzige Hoffnung: ein Kindertumorzentrum, an dem Mediziner, Biologinnen und Informatiker versuchen, eine Therapie zu finden. In ihrer Reportage hat Vivian Pasquet versucht, den Tumor zum Protagonisten zu machen. Ob das geht, darüber spricht sie in dieser Folge mit David Fuhrmann und Dune Korth. Welche Tipps hat sie, um komplizierte Zusammenhänge spannend zu erklären? Was macht guten Wissenschaftsjournalismus aus? Und wie gewinnt man das Vertrauen von Wissenschaftlerinnen?

#16 Wie erzählt man den vergessenen Krieg im Sudan, Wolfgang Bauer?

Zum ersten Mal live vor Publikum: reporter:insights ist auf die Bühne gegangen – in der Aula der Volkshochschule Reutlingen. Alessandra Röder und Leon Meckler sprechen mit dem ZEIT-Chefreporter Wolfgang Bauer über seine Reportage „Die Vergessenen“ – in der er den Krieg im Sudan durch die Mauern eines Krankenhauses erklärt.

Wie erzählt man von einem Konflikt, der kaum Schlagzeilen macht, aber Millionen betrifft? Wie war es, ungewollt einer Frau die Nachricht über den Tod ihres Sohnes zu übermitteln? Wolfgang Bauer berichtet von seiner Recherche im letzten funktionierenden Krankenhaus Khartums – und davon, wie nah Hoffnung und Tod dort beieinanderliegen.

Triggerwarnung:
In dieser Folge sprechen wir über Krieg, Tod und teilweise explizite Beschreibungen von Verletzungen. Einige Passagen können emotional belastend sein. Bitte hört die Folge nur, wenn ihr euch damit wohlfühlt.

#15 Wie stemme ich eine Auslandsreportage, Fiona Weber-Steinhaus?

Wie gelingt der Einstieg in den Auslandsjournalismus, gerade wenn man als freie Reporterin unterwegs ist? Worauf kommt es bei der Recherche in Krisengebieten an? Und wie kann man die Arbeit von Übersetzer*innen angemessen würdigen?

Darüber sprechen Alessandra Röder und Leon Meckler mit Fiona Weber-Steinhaus, inzwischen Leiterin der Außenpolitik (Online) bei der ZEIT. Für eine Recherche für GEO war sie 2018 im Ostkongo. Dort haben Ärzt*innen und Helfer*innen die Ebola-Epidemie mit einem neu entwickelten Impfstoff bekämpft – unter lebensgefährlichen Bedingungen, begleitet von Misstrauen, Gewalt und Verschwörungsmythen. Sie erzählt, wie sie aus dem Kongo berichtet hat – und was sie jungen Journalist*innen mit auf den Weg geben will.

#14 Ein schwuler Lehrer wird von muslimischen Schüler*innen gemobbt - wie schreibt man darüber, Thorsten Schmitz?

Der Lehrer Oziel Inácio-Stech erlebt an seiner Berliner Grundschule Schule einen Albtraum: Muslimische Schüler mobben ihn – weil er schwul ist. Nach seiner Recherche zu dem Fall hat der Reporter Thorsten Schmitz zahlreiche Zuschriften erhalten, die zeigen: Oziel Inácio-Stech ist kein Einzelfall. An vielen Schulen in Deutschland erleben Lehrer:innen Ähnliches, Behörden scheinen überfordert.

Mit Alessandra Röder und Leon Meckler hat Thorsten Schmitz darüber gesprochen, wie man eine Reportage schreibt, die von der politischen Rechten instrumentalisiert werden könnte – und warum es gefährlich ist, diesem Gedanken zu viel Raum zu geben. Außerdem verrät er, worauf es bei Geschichten ankommt, in denen ein Einzelschicksal für Mängel im System steht und verrät seinen Geheimtipp für gelungene Recherchen.